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Krefeld: Erster Spatenstich für neue Feuerwache

Krefeld : Erster Spatenstich für neue Feuerwache

Die Stadt hat sich vertraglich bis Februar 2046 an die SKE Facility Management GmbH in Mannheim gebunden. Bis dahin zahlt sie 85,4 Millionen Euro für die neue Hauptfeuer- und Rettungswache auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs.

Mit der Fertigstellung der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache in knapp zwei Jahren erfüllt die Stadt Krefeld endlich die gesetzlichen Vorgaben. Das sagte Oberbürgermeister Gregor Kathstede gestern beim ersten Spatenstich für das 37,5 Millionen Euro teure Projekt am alten Güterbahnhof. Der bisherige Standort im mehr als 100 Jahre alten Gebäude an der Florastraße entspreche schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Gestern war die Zeit für Optimismus, Dank und Superlative: Kathstede sprach von einem Bauwerk, das sich wohltuend vom Einheitsbrei in anderen Kommunen abhebe; von Aktivitäten in Krefeld, die eine blühende Stadt der Zukunft entstehen ließen und zu denen auch der Feuerwehrneubau zähle. Und er sprach vom Abschneiden alter Zöpfe, und meinte sicherlich auch die für Krefeld neue Art der Finanzierung öffentlicher Aufgaben im Wege einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP).

 Feuerwehrchef Josef Dohmen, Dezernentin Beate Zielke, Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Vertreter von SKE beim Spatenstich (v.r.).
Feuerwehrchef Josef Dohmen, Dezernentin Beate Zielke, Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Vertreter von SKE beim Spatenstich (v.r.). Foto: TL

Die Stadt Krefeld hat im November des vergangenen Jahres einen Vertrag mit der SKE Facility Management GmbH (SKE) aus Mannheim geschlossen. Das Unternehmen baut nach den präzisen Vorstellungen der Stadt Krefeld ein multifunktionales Ensembles mit 16 315 Quadratmeter Nettogrundfläche für 37,5 Millionen Euro. Die Stadt zahlt verteilt über 30 Jahre sowohl die Baukosten als auch Kosten für Finanzierung und Betrieb in Raten von 2 846 666 Euro. Insgesamt hat der Vertrag ein Projektvolumen von 85,4 Millionen Euro.

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Die Gefahr, dass während der Bauzeit noch Nachforderungen an die Stadt herangetragen werden könnten, weil die Bauleistungsbeschreibung nicht vollständig oder eindeutig sein könnte, sieht Brigitte Bourscheidt, Leiterin des Fachbereichs Zentrales Gebäudemanagement in der Krefelder Stadtverwaltung, nicht. "Das Controlling ist bei uns an der richtigen Stelle angesiedelt", sagt sie. Sie habe in ihrer beruflichen Zeit in London ÖPP oder PPP (Public Private Partnership) schon früh kennengelernt und damit positive Erfahrungen damit gemacht.

 Die neue Feuerwache lehnt sich an den Bauhaus-Stil des berühmten Architekten Mies van der Rohe an.
Die neue Feuerwache lehnt sich an den Bauhaus-Stil des berühmten Architekten Mies van der Rohe an. Foto: Computeranimation. Gatermann und Schossig

Zum Paket zählen die Erdarbeiten und die Bodenverbesserung, die schlüsselfertige Errichtung der gesamten Feuer- und Rettungswache, des Brandhauses sowie der Frei- und Übungsflächen und die Integration der Leitstellentechnik. Nach der Inbetriebnahme kümmern sich SKE auch um die Wartung, die technische und bauliche Instandhaltung (Hausmeisterdienste), Reinigung inklusive Glas und Fassade sowie einer softwaregestützten Dokumentation aller Verwaltungs- und Arbeitsschritte. Für das Gebäudemanagement werden in den 30 Jahren von der Stadt Krefeld 23,55 Millionen Euro fällig. Hinzu kommen 24,35 Millionen Euro Finanzierungskosten und 37,5 Millionen Euro Tilgung.

Gestern haben die Erd- und Entwässerungsarbeiten begonnen. Dafür hat SKE das Krefelder Unternehmen Rocholl GmbH aus Elfrath beauftragt. Die Rohbau- und Betonarbeiten seien bereits vergeben, berichtete Projektleiter Norbert Gehrmeyer gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Andere Gewerke wie die für die Haustechnik seien noch offen. "Dafür können sich auch Krefelder Firmen bei uns bewerben", informiert der Prokurist der SKE-Niederlassung Duisburg, die für das Krefelder Vorhaben federführend ist.

In den Gebäuderiegel A (Richtung Neue Ritterstraße) sind die Einsatzwachen, die Leitstelle, Sporthalle und Kleiderkammer nebst Wäscherei und Schneiderei untergebracht. Riegel B (parallel zum Bahndamm) beinhaltet die Fachbereichsleitungen, -abteilungen, Instandhaltung und Logistik sowie die Bürgerinformation. Beide Baukörper sind durch einen Glaskomplex verbundnen, der als Foyer dient. Separat untergebracht ist die Fahrzeugwerkstatt mit Kran und Hebebühnen. Auf der Werkstatt sind zwei Dachterrassen als Aufenthaltszonen und für Besprechungen geplant sind. Der Vertrag mit SKE endet am 28. Februar 2046.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefeld: Das ist die neue Feuerwache

(RP)