Krefeld: Erhöhung der Hundesteuer droht zu scheitern

Krefeld: Erhöhung der Hundesteuer droht zu scheitern

Die von der Stadtverwaltung geplante Erhöhung der Hundesteuer in Krefeld findet womöglich keine politische Mehrheit. Dies ist das Ergebnis der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses, in der sich FDP, SPD und Linke gegen eine Steuererhöhung um 25 Prozent aussprachen und auch CDU, Grüne sowie die UWG Beratungsbedarf anmeldeten.

Frank Rühl von der Krefelder Hundelobby ergriff in einer Sitzungspause das Wort und bat um einen Dialog der Politik mit den Hundehaltern. Philibert Reuters (CDU) kündigte an, Gespräche führen zu wollen.

Die Politik beschloss zudem, erst im Herbst statt im Juli über die Steuererhöhung abzustimmen, mit der Hundehalter künftig 125 statt 103 Euro jährlich für ihren Hund zahlen würden (höhere Steuern entstehen, wenn man mehr als einen Hund hat). FDP-Fraktionschef Joachim Heitmann kritisierte dabei insbesondere das ordnungspolitische Ziel der Verwaltung, den Hundebestand in Krefeld "eindämmen" (so heißt es in der Vorlage wörtlich) zu wollen. Eine Stadt solle nicht reglementieren, welche Tiere sich die Bürger halten. SPD-Ratsherr Hans Butzen sagte: "Eine Erhöhung um 25 Prozent ist nicht adäquat".

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Mehr Zustimmung fand hingegen der Vorschlag der Verwaltung, sogenannte "Kampfhunde" künftig in Krefeld gesondert zu besteuern. Insbesondere SPD und Grüne begrüßte die Maßnahme. Grünen-Ratsfrau Stefani Mälzer forderte die Verwaltung aber auf, die Sorgen der Krefelder Tierheime (wir berichteten) vor einer Kampfhundeflut ernst zu nehmen. Die Grünen befürchten ebenso wie das Krefelder Tierheim, dass mehr Kampfhunde ins Tierheim gegeben werden. Zum Ende der Sitzung konterte Kämmerer Ulrich Cyprian noch eine Spitze der FDP, das die einkalkulierten 400 000 Euro dem Haushalt kaum helfen würden. Cyprian: "400 000 Euro sind für den Krefelder Kämmerer verdammt viel Geld."

(RP/rl)