1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Enkeltrick: Seniorin in Krefeld um 400.000 Euro geprellt

Kriminalstatistik für Krefeld : Enkeltrick - Seniorin um 400.000 Euro geprellt

2019 sank die Zahl der registrierten Straftaten in Krefeld erneut – nunmehr das fünfte Jahr in Folge. Die Aufklärungsquote liegt bei 57,02 Prozent. Der Leiter der Direktion Kriminalität, Karlheinz Winkler, zeigt sich zufrieden.

Krefeld wird immer sicherer. 2019 sank die Zahl der registrierten Straftaten erneut – nunmehr das fünfte Jahr in Folge. Zufrieden zeigt sich der scheidende Leiter der Direktion Kriminalität, Karlheinz Winkler. „Die Polizei Krefeld präsentiert mit den Ergebnissen der Kriminalstatistik 2019 eine Aufklärungsquote von 57,02 Prozent. 20.570 Fälle wurden verzeichnet, 11.729 konnten die Ermittler aufklären“, so der 61-Jährige.

Erfreulich ist für die Polizei unter anderem der Rückgang in der Rauschgiftkriminalität. Mit 697 Fällen war es 414 Taten weniger (-37 Prozent) als 2018. Ebenfalls sanken die Zahlen in der Deliktgruppe „Vergewaltigung und sexuelle Nötigung“ von 22 auf 16 innerhalb eines Jahres. Gestiegen sind die Zahlen bei der Gewaltkriminalität von 682 auf 723 Übergriffe. Raub- und Tötungsdelikte haben zugenommen. Drei Menschen starben im vergangenen Jahr eines gewaltsamen Todes in Krefeld. 2018 hatte es keinen solchen Fall gegeben.

Sprunghaft angestiegen sind die Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Durch den sogenannten „Enkeltrick“ oder Kontaktaufnahme durch „falsche Polizisten“ entstand 2019 ein Schaden von insgesamt 650.000 Euro. In einem Fall übergab seine Seniorin mehr als 400.000 Euro an die Betrüger. Diese hatten sich als „Polizisten“ ausgegeben, die unter anderem Geldscheine auf Echtheit überprüfen wollten. Die ältere Dame soll hierfür ihr Geld aus einem Banksafe geholt haben.

„Leider müssen wir feststellen, dass die Täter immer öfter Erfolg haben und Bürger jeden Alters um ihr Hab und Gut bringen“, erklärt Behördenleiter Dietmar Maus. „Gezielt werden hierbei jedoch ältere Menschen Opfer dieser Kriminellen. Die Anzahl der Kontaktaufnahmen steigt kontinuierlich an.“ Unter der Rubrik „falsche Amtsträger“ registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 24 Taten, davon blieb es 18 Mal beim Versuch. 2018 war nur ein Betrüger hierbei erfolgreich. 15 Mal konnten die Täter im vergangenen Jahr mit dem „Enkeltrick“ abkassieren. Drei vollendete Taten waren es ein Jahr zuvor gewesen.

Einen Anstieg um 3,5 Prozent meldet die Polizei bei der Straßenkriminalität. Sachbeschädigungen an Fahrzeugen stiegen im Jahresvergleich um 112 auf 902 Fälle, Taschendiebstähle kletterten um 88 auf 399 Fälle, gefährliche Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen wurden 239 registriert. 17 mehr als 2018. Und auch die Fahrraddiebstähle wuchsen um 99 auf 1388 in 2019 an.

„Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs bleibt ein Schwerpunkt der Arbeit der Polizei in Krefeld“, betont Behördenchef Maus. 505 Fälle gab es im vergangenen Jahr. „Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist erneut gesunken und liegt damit 55 Prozent unter dem Höchststand von 2015“, fasst Winkler die aktuelle Situation zusammen. „Die ,Ermittlungsgruppe Dämmerung’ wird weiterhin alle Ergebnisse um das Thema bündeln.“ Die Anzahl der geklärten Taten blieb in etwa gleich, jedoch konnte die Aufklärungsquote auf 16,83 Prozent gesteigert werden. Dieser Wert entspricht in etwa dem Landesdurchschnitt in NRW. Insgesamt wurden 67 Tatverdächtige ermittelt.

Auch zur „Häuslichen Gewalt“ erhebt die Krefelder Polizei Zahlen, auch wenn dies kein spezielles Merkmal ist, das in der Kriminalitätsstatistik separat erfasst wird. „Im Jahr 2019 wurden 665 Fälle häuslicher Gewalt registriert, in erster Linie Körperverletzungen sowie Beleidigungen und Bedrohungen“, sagt der Leiter der Direktion Kriminalität. 2018 waren 677 Fälle gemeldet worden.

Fast gleichbleibend ist die Anzahl der Raubdelikte in der Seidenstadt, die bei 212 – davon 32 Versuche – lag. Die Polizei hat im vergangenen Jahr einen Anstieg um vier Fälle verzeichnet. Die Aufklärungsquote liegt bei 57,08 Prozent. Sieben Mal wurde im vergangenen Jahr eine Spielhalle überfallen, 2018 war es nur ein Delikt gewesen. „Alle sieben Überfälle konnten aufgeklärt werden“, betont Winkler. „Beim Handtaschenraub sank die Zahl von 15 in 2018 auf zwei Vorfälle im vergangenen Jahr.“ Insgesamt wurden 146 Tatverdächtige – davon sechs Kinder und 32 Jugendliche – ermittelt. 37,67 Prozent davon hatten eine nichtdeutsche Nationalität.