Ein Krefeld-Krimi 83-Jährige erzählt, wie sie fast auf einen Enkeltrick hereingefallen wäre

Krefeld · Dass der Karfreitag so spannend werden würde, hätte die 83-jährige Gudrun K. nicht erwartet. Doch plötzlich ist sie die Hauptprotagonistin in einem Enkeltrick-Betrug. Wie sich die Krefelderin aus diesem Krimi hinausmanövrierte, zeigt ihr rasanter Erfahrungsbericht.

Betrüger versuchen immer wieder, ältere Menschen per Telefonanruf dazu zu bringen, Geld oder Geheimnummern herauszugeben.

Betrüger versuchen immer wieder, ältere Menschen per Telefonanruf dazu zu bringen, Geld oder Geheimnummern herauszugeben.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

„Mein dickstes Osterei wurde mir am Karfreitag gelegt: ein ,Ableger‘ des Enkeltricks. Man ist entsetzt über andere, die das erlebt haben – und gerät dann doch selbst in solch eine Situation. Der Anruf kam also am Karfreitag, und zwar von der ,Bankenaufsicht‘ – zumindest sagte man das am Telefon. Man habe auffällig viele unnormale Bewegungen auf meinem Konto im System gesehen und müsse reagieren, weil bis zum nächsten Werktag, dem Dienstag nach Ostern, zu viel Zeit verstreiche. Eine sehr sympathische, ,gefeilte‘ Frauenstimme fragte, ob ich bei Zalando einen Online-Kauf mit Bankeinzug über 4000 Euro getätigt habe. Nein, hatte ich nicht. Ob ich die Karte verloren, verliehen, damit bezahlt hätte in den vergangenen Tagen – nein. Ob mein Mann die Karte benutzt habe – nein, ich habe keinen Mann, so blöd die Antwort. Ob die Karte beschädigt sei, ob die Farbe sich verändert habe – nein. Dann sagte die Frau, sie würde diese Infos jetzt an die Kriminaltechnische Untersuchung weiterleiten, damit meine Bankkarte gesperrt würde. Ich habe immer wieder misstrauische Fragen gestellt. Meine Adresse – man glaubt gar nicht, wie viele Informationen die in knapp zehn Minuten aus einem herausquetschen können.