Chempark in Krefeld-Uerdingen Lanxess und Covestro kooperieren in der Produktion

Krefeld · Die Zusammenarbeit bei der Herstellung von Basischemikalien reduziert die Kohlendioxid-Emissionen um bis zu 120.000 Tonnen pro Jahr.

 Murat Tumcöz und Damian Billen bei der gemeinsamen Überwachung der Produktion im Elektrolysesaal.

Murat Tumcöz und Damian Billen bei der gemeinsamen Überwachung der Produktion im Elektrolysesaal.

Foto: Covestro/Michael Rennertz /territory

Energie ist teuer und seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine rar und noch teurer geworden. Einsparungen sind als wirtschaftlich und auch aus Gründen des Klimaschutzes erstrebenswert. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen die beiden im Chempark Uerdingen in Krefeld ansässigen Spezialchemiehersteller Lanxess und Covestro.

Die beiden Unternehmen  kooperieren bei der energieintensiven Produktion von Basischemikalien.  gestalten diese klimafreundlicher. Lanxess beziehe von Covestro Chlor, Natronlauge und Wasserstoff aus dessen zertifizierten Standorten Leverkusen und Krefeld-Uerdingen. Ab sofort stelle Covestro rund ein Drittel der an Lanxess gelieferten Produktmenge mit Energie aus Wasserkraft auf Basis von Herkunftsnachweisen her, teilten das Unternehmen am Donnerstag mit.

„Covestro verfolgt auf seinem Weg zur operativen Klimaneutralität im Jahr 2035 das Ziel einer kompletten Umstellung seiner Produktion auf Strom aus erneuerbaren Quellen“, sagt Klaus Schäfer, Technologievorstand von Covestro. „Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der energieintensiven Herstellung von Basisrohstoffen. In Zusammenarbeit  setzen wir in unseren Elektrolysen in Nordrhein-Westfalen anteilig Energie ein, mit der wir unsere Emissionen um bis zu 120.000 Tonnen CO2 im Jahr senken können.“ 

Mit seiner Net-Zero-Value-Chain-Initiative plane Lanxess, die Scope-3-Emissionen innerhalb seiner vor- und nachgelagerten Lieferkette bis 2050 zu eliminieren. Das umfasse indirekt entstehende Emissionen bei eingekauften Rohstoffen, aber auch in der Logistik oder bei der Entsorgung.  „Mit unserem Programm gehen wir den nächsten Schritt hin zu einem klimaneutralen Produktportfolio und unterstützen damit auch unsere Kunden, die immer stärker nach nachhaltigen Lösungen suchen“, sagte Hubert Fink, Vorstandsmitglied von Lanxess.

Chlor, Natronlauge und Wasserstoff seien Grundbausteine für viele Produkte der chemischen Industrie.  Lanxess setze diese von Covestro gelieferten Rohstoffe zum Beispiel für Produkte ein, die dann in die Lebensmittelindustrie oder Landwirtschaft gehen.  Covestro produziere die drei Basisrohstoffe an seinen nordrhein-westfälischen Standorten in Leverkusen, Uerdingen und Dormagen. Die beiden erstgenannten seien für die Erzeugung des strategischen Rohstoffs Chlor bereits nach dem international anerkannten ISCC PLUS-Standard zertifiziert. Die korrekte Zuweisung des Stroms zu den Produkten werde über diese Zertifizierung sichergestellt und die Nutzung der erneuerbaren Energie durch die Entwertung von Herkunftsnachweisen beim Umweltbundesamt belegt, berichtete ein Sprecher. 

Covestro bringe sich auch aktiv in verschiedene Projekte zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ein, die zum Ziel habe, grünen Wasserstoff als Energieträger zu verwenden. Unter anderem unterstütze das Unternehmen in Kooperation mit Hydrogenious LOHC Technologies in Dormagen den Bau der weltgrößten Anlage zur Einspeicherung von erneuerbarem Wasserstoff in flüssige organische Träger, informierte Covestro gestern. 

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