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Krefeld: Elfrath: Parkplatz statt Gehweg

Krefeld : Elfrath: Parkplatz statt Gehweg

Ein Planungsfehler in der Neubausiedlung an der Rather Straße verärgert die Anwohner. Kurz vor Fertigstellung der Straße wurden Parkplätze angelegt, die die Hauseingänge versperren. Im Bauplan sah das noch anders aus.

Bei der Begehung des Stadtteils Elf-rath wurde Planungsdezernent Martin Linne von den gerade zugezogenen Bewohnern der Neubausiedlung "In den Mühlengärten" auf einen Planungsfehler aufmerksam gemacht. In der neu entstandenen Felix-Kracht-Straße sollen versetzte Parkfelder entlang der Fahrbahn den Verkehr verlangsamen. Tatsächlich machen sie ihn aber fast unmöglich und blockieren den Eingang jeder zweiten Doppelhaushälfte.

 In den ursprünglichen Plänen sind an der Felix-Kracht-Straße am rechten Bildrand gar keine Parkplätze vor den Häusern eingezeichnet.
In den ursprünglichen Plänen sind an der Felix-Kracht-Straße am rechten Bildrand gar keine Parkplätze vor den Häusern eingezeichnet. Foto: ncc

Erst bei der Fertigstellung der Straßendecke wurde dieser Planungsfehler offenkundig. Etwa einen Monat leben die meisten der betroffenen Familien in der neuen Wohnsiedlung an der Rather Straße. In den Grafiken, die ihnen die zuständige Baufirma NCC zuvor gezeigt hatte, waren auf der Straße entlang ihrer Häuser keine Parkplätze eingezeichnet gewesen.

Nur auf der quer verlaufenden Alten Rather Straße waren solche mit einem eindeutigen P gekennzeichnet. Den neuen Anwohnern erschien dies auch logisch, denn ihre Häuser verfügen alle über eine Garage. "Sie sind komplett überflüssig", sagt Carmen Mohedano, deren Eltern in Hausnummer neun wohnen.

Linne: "Ein Treppenwitz"

Ganz so einfach sei es aber nicht, erklärt Thomas Haucke, der Regionsleiter des Immobilienkonzerns NCC, der mit dem Bau der Siedlung betraut wurde. Ausgehend von der Idee einer Straße mit Mischverkehrsnutzung ähnlich einer Spielstraße, seien die versetzten Parkplätze nötig, um die Straße s-kurvig zu gestalten und so zu schnelles Fahren vor den Einfamilienhäusern zu verhindern.

Darüber hinaus bestreitet NCC jedoch für die dabei unterlaufenen Fehler verantwortlich zu sein. Verkehrstechnische Belange in einem Bebauungsplan seien die Zuständigkeit der Stadt. Deren Vorgaben für die Straße hätte die Baufirma lediglich umgesetzt.

Der Planungsdezernent der Stadt zeigt sich wiederum verwundert, darüber, dass eine solche Straßenplanung den Weg in einen Bebauungsplan gefunden hat. "Das ist ja wohl ein Treppenwitz", so Linne. Er will das Konzept der Straße und die Verantwortlichkeiten nun prüfen, ebenso wie die ICC. Allerdings sind die Parkplätze bereits gepflastert.

"Hätte ich gewusst, dass das hier so geplant ist, hätte ich mich gegen das Haus entschieden", stellt Mohedano fest. Auch Familie Lott, die einen Parkplatz nur etwa einen Meter vor ihrer Haustüre hat, fragt sich, wie es ihnen in Zukunft möglich sein soll, mit Einkaufstaschen, Körben oder Kinderwagen ins Haus zu gelangen, ohne ein parkendes Auto zu touchieren.

Der Weg aus ihrer Haustür heraus endet zukünftig genau vor einem Fahrzeug. Rechts und links säumen ihn Blumenbeete, die im Hausplan vorgesehen sind. "Im Zweifelsfalle müssen wir wohl durch die durch", fasst Njörd Lott ironisch die Ungläubigkeit der Anwohner über die Straßenplanung zusammen. Auch für die Autofahrer selbst ist diese ein Problem, denn die Kurven sind so schmal, dass zwei entgegenkommenden Autos unmöglich aneinander vorbeikommen. In diesem Fall müsste eines wieder rückwärts rausfahren, um das andere Fahrzeug durchzulassen.

(RP)