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Ein neuer Zonta-Club in Krefeld verbindet wohltätige, erfolgreiche Frauen

Zonta-Club Krefeld : Zonta-Frauen sind erfolgreich und wohltätig

Der Verein Zonta agiert weltweit. Beruflich erfolgreiche Frauen betreiben soziale Projekte und vernetzen sich nebenher. In Krefeld wurde nun die zweite Ortsgruppe in Uerdingen gegründet. Sie soll vor allem den linken Niederrhein bis Kleve abdecken.

Frauen, die viel Zeit für Wohltätigkeit opfern: Für viele Menschen ist dies oft mit dem Bild der wohlhabenden Ehefrau erfolgreicher Männer verknüpft, die durch die Wohltätigkeit auch ein Stück weit Sinnsuche betreiben. Auch wenn dieses alte Klischee heutzutage fast immer falsch ist, so ist dies beim Zonta-Club noch umso mehr der Fall. „Zonta ist ein Verein für Frauen, die selbst erfolgreich sind. Klassisch ist die Voraussetzung, entweder in leitender Position oder Selbstständig zu sein. Heute gibt es zwar auch Frauen, die zwar erfolgreich sind, aber angestellt tätig und nicht im Management aktiv sind, aber die allermeisten Mitglieder erfüllen die klassischen Eigenschaften noch immer“, sagt Cornelia Pier.

Die selbstständige Tierärztin aus Uerdingen ist Präsidentin eines nun neu gegründeten Zonta-Ortsvereins, eines sogenannten „Chapters“. Dabei ist sie bereits seit 2004 Mitglied und war bereits in einem anderen Ortsverein die Präsidentin. „Zonta ist so aufgestellt, dass es unter der weltweiten Dachorganisation lokale Untergruppen gibt. Es gibt Areas, Districts und eben die Chapter. Unsere Area ist groß, NRW, Niederlande, Belgien, UK, Irland und sogar die russische Exklave Kaliningrad gehören dazu, weil sie einst von einem Mitglied aus NRW gegründet wurde. Der District ist dann NRW und in diesem gibt es aktuell rund 40 Ortsvereine“, erläutert sie.

Zwei davon sind nun in Krefeld ansässig. Es gibt seit vielen Jahren den Zonta-Club Krefeld, in dem Pier zuvor aktiv war, und nun, seit September, „Zonta Krefeld am Rhein“. „Dabei gibt es aber keine Konkurrenz, keinen Streit. Im Gegenteil: Zonta wünscht, dass neue Clubs gegründet werden. Wir decken nun den gesamten linken Niederrhein ab, denn zwischen Düsseldorf und Kleve gab es bisher eben nur Zonta Krefeld. Wir konzentrieren uns auf die ländliche Gegend, aber auch Meerbusch, Duisburg oder Moers“, erläutert das erfahrene Mitglied.

Dabei hat der neue Verein, der einst von drei Personen gegründet wurde, heute bereits 22 Mitglieder, sogenannte Zontians, zwischen 29 und 67 Jahren. Diese treffen sich einmal im Monat – aktuell natürlich online – um zu beraten, welche sozialen Aktivitäten sie angehen könnten. „Für uns steht als Nächstes unsere Weihnachtstütenaktion an. Eigentlich haben wir Ende November unseren Weihnachtsbasar. Der kann aber dieses Jahr wegen Corona nicht stattfinden. Darum geben wir nun Tüten aus. Die enthalten je zwei Bücher, selbst gemachte Kekse, Marmelade und ein Geschenk von Spendern aus der Wirtschaft“, sagt Pier stolz. Vier verschiedene Büchertüten gibt es: Krimi, Thriller, Lifestyle und Kinder. Die Geschenke sind Unikate und werden als Überraschung auf die Tüten verteilt. „Das sind Gutscheine oder kleine Giveaways, die aber den Wert der Tüten deutlich erhöhen. 150 unserer 200 Tüten sind bereits weg“, sagt Pier.

Mit dem Geld, 20 Euro je Tüte, werden zunächst drei Projekte unterstützt: Ein „Empowerment Seminar“ für Frauen, die Opfer rassistischer Übergriffe wurden sollen lernen, sich zu behaupten, ein Wen-Do Kurs zur Selstverteidigung für Frauen, die Opfer von Gewalterfahrung wurden, sowie ein Projekt gegen sexualisierte Gewalt in (sozialen) Medien. „Diese finden in Zusammenarbeit mit Katholischem Forum, der Frauenberatungsstelle und dem Kinderschutzbund statt“, sagt Pier.

Weltweit kämpft der Verein beispielsweise aktuell gegen Zwangsheirat von Mädchen und jugendlichen Frauen. „Das ist ein Projekt, das mir auch sehr am Herzen liegt. Initiiert wurde es von der Zonta-Präsidentin, die gerade abgetreten ist. Das ist nach zwei Jahren immer der Fall. Sie kommt aus Düsseldorf und war die erste Deutsche an der Spitze von Zonta International. Im Sommer soll sie auch bei uns einen Vortrag halten“, erzählt die sozial engagierte Tierärztin.

Die Gründung des neuen Clubs unter Corona-Bedingungen sei nicht einfach gewesen. „Normalerweise gibt es beispielsweise eine große Feier, bei der Mitglieder von anderen Ortsvereinen eingeladen und Spenden gesammelt werden. Das ist bei uns ausgefallen. Wir hoffen, es im kommenden Sommer nachholen zu können“, sagt Pier. Sie will noch viel erreichen und viele Projekte unterstützen. „Zonta ist gelebte Emanzipation. Hier zeigen wir Frauen, was wir auf die Beine stellen können. Wir legen Finger in gesellschaftliche Wunden gerade bei Themen, die sonst nicht so im Fokus stehen. Das will ich auch weiterhin tun“, sagt Pier. Die ersten Projekte ihres Clubs, den sie mit viel Herzblut und einigen Mitstreiterinnen ins Leben rief, laufen gerade an.