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Ein Krefelder gründet einen Männertreff nur für Väter

Netzwerke in Krefeld : Ein neuer Treff – nur für Väter

Heiner Fischer ist engagierter Vater in Elternzeit. Er weiß, wie schwierig es ist, berufliche Verpflichtungen und Familienzeit in Einklang zu bringen. In Kooperation mit dem Kinderschutzbund sucht er gleichgesinnte Väter.

„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr…“, heißt es in einem Gedicht von Wilhelm Busch. Der Krefelder Heiner Fischer bietet ab Donnerstag, 17. September, den Gesprächskreis Väter-Treff an, um genau mit diesem Vorurteil aufzuräumen. „Väter wollen Vereinbarkeit und Familienarbeit aktiv mitgestalten. Sie wollen es anders machen als ihre eigenen Väter. Sie wollen ihre Kinder groß werden sehen, sie begleiten und ihnen Vorbild sein“, erklärt Fischer sein Vorhaben. Er möchte Mutmacher sein für alle, die eine Anleitung suchen, um ihre Rolle neu zu definieren.

In Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund Krefeld bietet Heiner Fischer diesen Väter-Treff an, kennt er doch aus eigener Erfahrung den Balanceakt zwischen den Rollen als Vater, Partner und Arbeitnehmer. Der klinische Sozialarbeiter und Coach ist zurzeit in Elternzeit und möchte sein Wissen, seine Erfahrungen und Erlebnisse aktiv mit anderen Vätern teilen. Per Internetauftritt erfährt seine Plattform Vaterwelten.de bereits großen Zuspruch.

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„Für das erste Treffen am 17. September haben sich bereits fünf Männer angemeldet. Leider ist die Teilnehmerzahl aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen auf acht begrenzt“, erklärt Heiner Fischer. „Dieses erste Treffen ist zur Orientierung gedacht, vielleicht ergeben sich daraus einzelne Aktivitäten, wie gemeinsame Treffen auf dem Spielplatz oder ein Väterfrühstück, bei dem die Kinder nebenan spielen können – ich bin sehr gespannt auf die Resonanz.“

Heiner Fischer hat erkannt, dass viele Väter ihre Rolle als Vater, Partner und im Job verantwortungsvoll gestalten möchten, aber häufig im klassischen Ernährer-Modell gefangen sind. Da sind seiner Meinung nach die Konflikte im Alltag mit der Partnerin und dem Kind vorprogrammiert. Fischer möchte die Väter motivieren, ihre Vaterrolle aktiv zu gestalten. Eine aktive Vaterschaft beinhaltet laut Fischer vier wichtige Faktoren: zum einen die Motivation, die von der eigenen Entwicklungsgeschichte beeinflusst wird, zum anderen Kompetenz und Selbstvertrauen, die im gleichen Maße steigen, wie die Partnerin bereit ist, Verantwortung bewusst an den Vater abzugeben. Ein dritter Faktor für die aktive Vaterschaft ist die Unterstützung, die das väterliche Engagement durch das soziale Umfeld erfährt. Fischer erklärt hierzu: „Neue Väter brauchen auch neue Mütter; Mütter, die es einem Vater ‚erlauben‘, dass er sich in den Haushalt, in die Beziehung und die Versorgung der Kinder mit einbringt.“ Und: „Das ist erstmal eine schwere Übung für beide, wenn man dieses gleichberechtigte Modell nicht von Anfang an fährt“.

Ein vierter Faktor für aktive Vaterschaft besteht für Fischer in den Kontextbedingungen. Hier sieht Fischer den beruflichen Status des Vaters, insbesondere die Arbeitszeitautonomie. Denn ist das Unternehmen positiv gegenüber den familiären Verpflichtungen eingestellt, steige auch das Engagement des Vaters.

Der Väter-Treff soll Vätern die Gelegenheit geben, sich in geschützter Atmosphäre und im vertrauensvollen Gespräch über die Aspekte des Vaterseins auszutauschen. „Ich könnte mir vorstellen, dass eine Eingangsfrage ‚Welcher Vater möchte ich sein?‘ oder ‚Woran sollen sich deine Kinder erinnern, wenn sie später an dich denken?‘ eine gute Möglichkeit sind, um mit einander ins Gespräch zu kommen“, meint Heiner Fischer.