Ein kleines Gespenst macht Forstwald unsicher

Krefeld : Ein kleines Gespenst macht Forstwald unsicher

Das kleine Gespenst: Die Aufführung der Forstwalder Theatergruppe für die ganze Familie wird in Tönisvorst gezeigt.

Wer am Nauenweg in der Höhe der Nummer 63 vorbeifährt, bemerkt gar nicht, wie lebhaft und lustig es in den dortigen Räumlichkeiten zugeht. Die Forstwalder Theatergruppe, die es bereits seit 1988 gibt, probt dort für das diesjährige Theaterstück mit viel Freude und Elan – ja, und auch mit viel Talent. Nachdem im vorigen Jahr Der Räuber Hotzenplotz für große Begeisterung bei dem Publikum gesorgt hatte, wird in diesem Jahr erneut im Marienheim in Tönisvorst ein sehr bekanntes und beliebtes Stück von Otfried Preußler aufgeführt: Das kleine Gespenst.

Die Hauptrolle wird mit charmantem niederländischen Zungenschlag überzeugend dargestellt von Petra Lambooy. Die Geschichte des kleinen Nachtgespenstes, das wegen einer verstellten Uhr plötzlich nicht mehr nachts aufwacht und spukt, sondern tagsüber, wird von insgesamt 23 Darstellern gespielt, wobei es sich ausschließlich um Laien handelt. Über Dreiviertel der Aktiven kommt aus Krefeld. Es sind nicht mehr viele von den ursprünglichen Aktiven dabei, aber der Sohn eines Darstellers, der als Kind immer im Publikum gesessen hat, spielt mittlerweile selbst mit. „Wir haben immer eine schöne Rotation“, erläutert Kerstin Peters, die neben zwei Rollen im Stück auch noch die Pressearbeit erledigt Seit Joachim Pricken vor 31 Jahren die Theatergruppe in einer Grundschule in Forstwald gründete, führt der ehemalige Kranzbinder Regie und ist nach wie vor mit Herzblut dabei: „Das ist pure Leidenschaft!“ Das eigentliche Hauptprobewochenende an der Ahr steht erst noch bevor, dort wird noch einmal mit Feuereifer am Feinschliff gearbeitet. Doch auch schon jetzt bei den Proben ohne Bühnenbild haben die Schauspieler selbst viel Spaß. Immer wieder kommt es zu lustigen Situationen: „Bin ich schon vom Turm herunter?“ erkundigt sich ein Aktiver und erntet lachend hilfreiche Hinweise. Manches muss erst noch geklärt werden: „Wir sind das Volk und jubeln. Aber wo sollen wir denn stehen?“.

Gut, dass Pricken 19 Jahre selber als Schauspieler dabei war. Er schafft es auch in diesem Jahr wieder, 23 unterschiedliche Talente zu Höchstleistungen zu ermuntern, von denen jeder gute Ideen hat, „die aber nicht immer unbedingt etwas mit dem Stück zu tun haben“, ergänzt er schmunzelnd. Alle Mitglieder der Theatergruppe stecken viel Energie und Arbeit in die Aufführungen. Von der Arbeitsvermittlerin über den Lehrer bis zum Zahnarzt ist alles vertreten. Auch die Kostüme und die Bühnenbilder, beispielsweise die Burg Eulenstein, wurden fachmännisch von dem Ensemble in Eigenarbeit hergestellt. Die Schwedensoldaten stolzieren stilecht im blauen Wams mit gelbem Kreuz bei der Probe umher, Figuren in Bilderrahmen werden lebendig und das Pferd des großen Generals Torsten Torstenson ist eine nette Überraschung.

„Das Stück ist für alle von drei bis 99 Jahren“, beschreibt Katrin Peters, „denn es ist nicht zu laut und aufregend.“ Die flotte Musikbegleitung sorgt zusätzlich dafür, dass es sich um kurzweilige Unterhaltung für die ganze Familie handelt. Insgesamt gibt es vier Aufführungen, die jeweils einschließlich Pause zwei Stunden dauern: am Samstag 30. November um 14 Uhr und um 17 Uhr sowie am 1. Dezember um 13 Uhr und um 16 Uhr. Der Vorverkauf der Karten läuft bereits gut. Die viele Arbeit lohnt sich jedoch, rein finanziell gesehen, gar nicht. „Man muss Spaß daran haben, Theaterbegeistert sein“, beschreibt Pricken, der mittlerweile Rentner ist, die besten Voraussetzungen. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf und der Erlös von Getränken oder Kleinigkeiten zu essen, die in der Pause angeboten werden, ausschließlich für das Stück im kommenden Jahr verwendet. Und dieses wird dann sicherlich genauso unterhaltsam wie in den vergangenen Jahren.

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