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Krefeld: Edelstahlwerke erfinden Superofen zum Umschmelzen

Krefeld : Edelstahlwerke erfinden Superofen zum Umschmelzen

Die Deutschen Edelstahlwerke investieren elf Millionen am Standort Krefeld: Der Neubau Qualitätswesen ist bezogen. Der umgerüstete Umschmelzofen ist weltweit der erste seiner Art.

Bisher verfügten die Deutschen Edelstahlwerke (DEW) am Standort Krefeld über sechs Umschmelzöfen, drei für das Verfahren des Elektro-Schlacke-Umschmelzens und drei für das Lichtbogen-Vakuum-Umschmelzen. Jetzt haben die Ingenieure von DEW und dem österreichischen Hersteller Inteco eine entscheidende Verbesserung entwickelt, die sie zum Patent angemeldet haben. Den zuletzt installierten Umschmelzofen nach Lichtbogenvakuum-Verfahren hat das Unternehmen für drei Millionen Euro so umrüsten lassen, dass es beide Verfahren wahlweise nutzen kann. So ein Ofen ist bisher weltweit einmalig.

Das Umschmelzen zum Veredeln der Rohstähle ist ein langwieriger Prozess. Die sechs Öfen in Krefeld können — auch bei 24-Stunden-Betrieb das ganze Jahr durch — im Monat lediglich 2000 Tonnen Edelstahl produzieren. Mit einem Ofen zwei Verfahren nutzen zu können, ist ein besonderer Clou. Von Dezember bis Januar ging der Probebetrieb, seit 1. Februar produziert der Ofen voll, freut sich Christoph Henscheid, Leiter Schmieden/Umschmelzen. Das Unternehmen ist dadurch flexibler geworden, kann je nach Aufträgen noch schneller liefern und Kosten sparen. Der Reinheitsgrad für kritische Bauteile, etwa Stahl für die Fahrwerke von Flugzeugen, kann dadurch verbessert werden.

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Die Ingenieure erklären gerne die Unterschiede der beiden Verfahren. Wichtig zu wissen ist, dass bei beiden Verfahren durch ein erneutes Umschmelzen der Edelstähle in einem hohen Temperaturbereich die Produktqualität deutlich verbessert wird, etwa in Hinsicht auf den Reinheitsgrad, die Zähigkeit oder Polierfähigkeit. Die Veredelung des Stahls erfolgt durch eine Reaktion des im Stahl gelösten Sauerstoffs mit dem Kohlenstoff in der Schmelze. Umgeschmolzen werden Edelstahlblöcke von bis zu 20 Tonnen Gewicht, einem Durchmesser von 930 Millimetern und einer Länge von bis zu 3,75 Meter. Gerade die Luft- und Raumfahrtindustrie braucht trotz aller Kohlefaser-Verbundstoffe anspruchsvolle Edelstähle. DEW liefern viel an Airbus, seit neuestem auch an Boeing. Aber auch die Automobilindustrie (Getriebestahl), Windkraftanlagen, Öl-Bohrinseln oder die Medizintechnik brauchen den besonders veredelten Stahl. Um den Stahl für höchste Anforderungen extrem rein zu bekommen, wird er im Umschmelzofen erneut erhitzt.

Das Umschmelzen ist sehr energieintensiv. Die DEW sind von der Energieergänzungsabgabe befreit. Trotzdem ist der Strom in den Nachbarländern 20 bis 25 Prozent billiger, was ein gewichtiger Wettbewerbsnachteil ist.

Gestern stellten die DEW auch die für acht Millionen Euro neu errichtete Halle für das Qualitätswesen vor. In der 2400 Quadratmeter großen Halle, die in einer Rekordzeit von nur 15 Monaten reibungslos errichtet wurde — so Projektleiter Gregor Ebbers — prüfen 47 Mitarbeiter an etwa 100 Maschinen die Qualität aller Materialproben. "Weltweit gibt es nicht viele Labore, die den gleichen Prüfungsumfang abdecken können wie wir", sagt Ulrich Reichel, Leiter Qualitätswesen.

(RP)