Earth Hour 2019: Rund 800 Teilnehmer kamen zur Demonstration in Krefeld

Earth Hour-Demonstration : 800 Teilnehmer bei der Earth Hour

Die Klimabewegung in Krefeld geht weiter auf die Straße. Mit der „Earth Hour“ am Samstagabend riefen die Organisatoren zur zweiten großen Demonstration in Krefeld. Die Teilnehmerzahl war deutlich geringer als bei der ersten Veranstaltung.

Wie in vielen anderen Städten überall auf der Welt sind am Samstagabend zur „Earth Hour“ auch in Krefeld mehrere hundert Menschen auf die Straße gegangen, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Dabei blieb die Teilnehmerzahl allerdings deutlich hinter der großen „Fridays for Future“-Demonstration gut zwei Wochen zuvor zurück. Die Veranstalter sprachen von rund 700-800 Teilnehmern, die Polizei schätze gut die Hälfte. Dennoch zeigten sich die Organisatoren zufrieden mit der Teilnahme. „Es laufen viele andere, größere Demonstrationen in den umliegenden Städten. Vermutlich sind viele Leute dahin gefahren. Außerdem ist es Pech, dass heute der erste schöne Tag seit langer Zeit ist. Da haben sicher auch eine Menge Leute sich für Freizeitaktivitäten entschieden“, sagte Mitorganisatorin Annika Kirchner.

Um 19.30 Uhr trafen sich die Kundgebungsteilnehmer am Hauptbahnhof. Dort gab es auch das einzige Ärgernis für die Initiatoren und die Polizei. Mitglieder der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) nämlich nutzten die Veranstaltung, um Flugblätter zu verteilen, die auf der Rückseite sogar ein Aufnahmeformular in die Partei enthielten. „Wir wollen ganz bewusst überparteilich sein und uns keiner politischen Gruppierung anschließen, um uns nach allen Seiten zu öffnen. Es geht uns allein um die Sache“, sagte Kirchner und bat die genannten Personen, das Verteilen einzustellen. Diese jedoch weigerten sich und ließen sich auch von Vermittlungsversuchen der Polizei-Einsatzleitung nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Auch auf Kompromissvorschläge, die Flugblätter etwas abseits an Passanten zu verteilen, gingen sie starrsinnig nicht ein.

Von dieser Begebenheit abgesehen war es erneut eine friedliche und sehr positive Kundgebung. Die Teilnehmer aller Altersklassen - von kleinen Kindern bis hin zu Rentnern - liefen mit bunten Laternen über Ost- und Südwall, Hochstraße, Dionysiusplatz und Breite Straße zum Rathaus. Und auch die Kleinsten wussten durchaus, warum sie dabei waren. „Wir demonstrieren, damit nicht so viel Gas in die Luft kommt und die Erde gesund bleibt“, erzählte die sieben Jahre alte Louisa, die an der Hand ihrer Mutter mitging. Max wiederum hatte eigens für die Demonstration eine Laterne gebastelt. Darauf war ein Baum in allen Jhreszeiten zu sehen. Bei der Winterdarstellung fielen Schneeflocken. „Ich möchte auch noch Bäume mit Schnee sehen können, wenn ich älter bin“, sagte der Neunjährige, der sogar die Kerze selber gezogen hatte.

Gemeinsam sangen die Demonstranten während der Demonstation. Dafür wurden eigens Zettel mit den Texten der Lieder ausgeteilt. Foto: Mark Mocnik

Am Rathaus hatten die Organisatoren den Schriftzug „Energiewende jetzt“ mit Kerzen auf den Platz geschrieben. Die Kundbebungsteilnehmer versammelten sich darum und sangen gemeinsam. Immer wieder erklang der Gesang „Wehrt Euch“, der gegen Braunkohleabbau protestiert und sogar im Kanon vorgetragen wurde. Gerade bei den englischen Liedern, für die eigens Zettel mit den Texten ausgeteilt worden waren, zeigte sich aber, dass gerade den jüngeren Teilnehmern die Sprachkenntnisse fehlten.

Musikalische Untermalung lieferten auch die Streicher Clemens und Max, die auf dem Neumarkt auftraten und die für die Demonstranten spielten, sowie ein Bläserensemble der Landesbläserphilharmonie am Dionysiusplatz. Sie waren zuvor in der Dionysiuskirche aufgetreten und spielten ein Medley für die Demonstranten.

Mit selbstgebastelten Laternen demonstrierten nicht nur Schüler, sondern Menschen aller Altersklassen für mehr Klimaschutz. Foto: Mark Mocnik

„Wir werden kritisiert, dass wir nicht in die Schule gehen. Und wir würden gern für unsere Zukunft lernen. Aber leider müssen wir jetzt Verantwortung für diese Zukunft übernehmen. Denn die, die es verantworten, tun nichts“, sagte ein Schüler in einer Rede. Und Kirchner rief den Teilnehmern zum Abschied zu: „Wir hören nicht auf, wir wollen mit Euch gemeinsam etwas erreichen.“

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