Krefeld: "Dummie" der De-Greiff-Säule steht auf dem Corneliusplatz

Krefeld: "Dummie" der De-Greiff-Säule steht auf dem Corneliusplatz

Mit einer spektakulären Aktion hat Landvermesser Georg Opdenberg den Mitgliedern der Bezirksvertretung West gezeigt, wie eine Säule auf dem Platz aussehen würde.

Mit einer spektakulären Aktion hat Landvermesser Georg Opdenberg jetzt für seine Idee geworben, die De-Greiff-Säule auf dem Corneliusplatz aufzustellen. Bei einem Ortstermin mit den Mitgliedern der Bezirksvertretung West hat Opdenberg ein "Dummie" der Säule errichtet, um zu veranschaulichen, wie das rund sechs Meter hohe Fragment der Säule, das derzeit auf einem Betriebshof des Grünflächenamtes lagert, an dem von ihm vorgeschlagenen Ort wirken würde.

Dazu hatte Opdenberg eine eigens angefertigte Konstruktion aus Eisenstangen mitgebracht, die mit Hilfe einiger Bezirkspolitiker aufgerichtet wurde. Weiße Bänder verdeutlichten den Durchmesser der Säule von rund 60 Zentimetern. "Wir bräuchten an diesem Standort eigentlich nur ein Fundament, das übrigens gleichzeitig als Sitzgelegenheit dienen könnte", erläutere Opdenberg.

Nach seiner Vorstellung wäre der Standort am halbrunden Corneliusplatz deshalb so gut geeignet, weil die Säule in der Nord-Süd-Achse der Corneliusstraße nicht nur als Sonnenuhr mit den Häusern als gedachtes Ziffernblatt eine Funktion bekäme, sondern es gleichzeitig möglich wäre, anhand des Schattenwurfs das Datum abzulesen.

Opdenberg schlägt außerdem vor, das Bushäuschen in der Nähe des angedachten Standorts zu nutzen, um dort Informationstafeln über de Greiff und die Geschichte der Säule anzubringen.

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Ingeborg Müllers, Bezirksvertreterin und Vorsitzende des Kultur-und Denkmalausschusses, erinnerte daran, dass die endgültige Entscheidung über den Standort in dem Ausschuss fallen werde. Die Verwaltung müsse aber zunächst Kostenvoranschläge für beide vorgeschlagenen Standorte, Corneliusplatz und Ostwall, liefern.

Zur Erinnerung: Es ist über 60 Jahre her, da gab es den letzten Versuch, die De-Greiff-Säule an ihrem historischen Standort am Ostwall, in der Sichtachse zum Rathaus, wiederaufzustellen. Die Säule, die 1865 als Weihesäule aus schlesischem Marmor mit einem Greif aus Bronze errichtet worden war, wurde in der Bombennacht im Juni 1943 zerstört. Zuvor hatten bereits die Nazis mit der Zerstörung begonnen, indem sie alles, was Metall enthielt, für den Krieg einschmolzen. Respekt vor einem Mann wie de Greiff, dem mennonitischen Kaufmann, der sein gesamtes Vermögen verschenkte, darunter auch einen Großteil an die Stadt Krefeld, hatten sie ganz offensichtlich nicht.

1959 dann wurde nach langen Diskussionen eine aus damaliger Sicht moderne Version der Säule aufgestellt. Reine historische Rekonstruktionen waren damals verpönt. Und so stand am Ende eine nackte Säule mit Krone auf dem Ostwall. Die Reaktionen der Bürger waren verheerend und reichten von Wut über Fassungslosigkeit bis hin zu Spott. Die RP schrieb damals von einem "überdimensionalen Rohrkrepierer", der schlicht "abscheulich" sei. Ein halbes Jahr später wurde die Säule in einer Nacht und Nebel-Aktion wieder abgebaut.

Ihr fehlte ja auch der Greif, der ursprünglich die Säule zierte. er ist das Wappentier der Familie de Greiff.

(RP)