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Drogenszene Krefeld: SPD nennt CDU-Kritik an Meyer „wohlfeil“

Junkie-Szene in Krefeld : Drogenszene - SPD nennt CDU-Kritik an Meyer „wohlfeil“

Die Drogenszene vom Theater hat sich zerstreut – die CDU hat Oberbürgermeister Frank Meyer nun Untätigkeit vorgeworfen. Nun schlägt die SPD zurück und nennt die Kritik „wohlfeil“ – die CDU sei viele Jahre untätig gewesen.

(vo) Die Bewegung der Drogenszene weg vom Theaterplatz lässt wieder eine politische Debatte aufflackern. Die Krefelder SPD hat den Vorwurf der CDU zurückgewiesen,  Oberbürgermeister Frank Meyer vernachlässige das Thema und müsse sich mehr um Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt kümmern. Für die UWG hat Ratsherr Andreas Drabben beiden Parteien vorgeworfen, immer kurz vor Wahlen „Attacken auf die Ärmsten der Ärmsten dieser Stadt“ zu starten; Drabben bemängelte, dass es in der Stadt „keine Drogenpolitik“ gebe.

Auslöser für den Streit ist das Phänomen, dass sich die Junkie-Szene vom Theaterplatz auf das nahe Umfeld verlagert und nun in der Nachbarschaft zum Theaterplatz  mit Müll, der Verrichtung der Notdurft und öffentlichem Rauschgiftkonsum für Unmut sorgt. CDU-Ratsherr Walter Fasbender, ordnungs- und sicherheitspolitischer Sprecher der CDU, hatte daraufhin Oberbürgermeister Meyer aufgefordert, „die Sicherheit der Innenstadt nicht aus dem Auge verlieren. Er ist hier gefordert.“ Die Mahnung wies nun SPD-Ratsherr Hans Butzen (SPD) als „wohlfeil“ zurück. Der Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung müssten jahrelange Tatenlosigkeit der CDU aufarbeiten. „Die CDU suggeriert hier, sie habe sich des Problems angenommen, und vermischt dabei munter Fakten“, so Butzen. Er betont, dass die Verwaltung unter Führung des Oberbürgermeisters bereits vor zwei Jahren das Konzept ‚Handeln und Helfen‘ vorgelegt habe und umsetze. Dazu gehörten die Mobile Wache, die City-Streife, gemeinsame Rundgänge mit der Krefelder Polizei und Begehungen mit den Einzelhändlern. „Flankiert würden diese ordnungspolitischen Maßnahmen von einem Ausbau der aufsuchenden Sozialarbeit, der präventiven Bezirkssozialarbeit, des Quartiersmanagements und des Streetworkings sowie intensivierten Reingungsintervallen“, so Butzen weiter.  Da die Szene sich zerstreut und der Kontrollaufwand größer geworden sei, habe die Verwaltung „vorausschauend den Kommunalen Ordnungsdienst durch Unterstützungskräfte anderer Verwaltungseinheiten personell auf insgesamt 41 Kräfte verstärkt“, erläuterte Butzen.

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Die CDU hatte auch die Zustände in der Rathaus-Tiefgarage kritisiert. Sie sei weiterhin ein Brennpunkt der Drogenszene. Das  Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Lage  sei noch nicht angepackt worden. Dazu gehöre, die Zahl der Zugänge wird von elf auf sechs zu verringern und jeden Zugang mit einer elektronischen Zugangsregelung zu versehen. Immer noch müsse man in den Zugängen über dort liegende Drogenabhängige steigen, hatte Fasbender beklagt.