Krefeld: Drogenanbau: Autofahrer vor Gericht

Krefeld : Drogenanbau: Autofahrer vor Gericht

Als Polizeibeamte im Juni einen flüchtigen Unfallfahrer in seinem Haus stellten, machten sie eine Entdeckung: Der 32-Jährige hatte eine Marihuanaplantage angelegt. Der Geruch, der von den Drogen ausging, war den Beamten beim Öffnen der Haustüre aufgefallen.

Gestern musste sich der Krefelder unter anderem wegen des Anbaus und Besitzes von Betäubungsmitteln, fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht vor dem Landgericht verantworten.

Die Beamten hatten rund zwei Kilo konsumfähiges Marihuana und zahlreiche Pflanzen sichergestellt. Weitere rund 400 Gramm Drogen fanden sie im Tiefkühlfach. Der Angeklagte räumte die Taten gestern ein. An den Unfall könne er sich nicht richtig erinnern, sagte er. Das müsse daran liegen, dass er mit dem Kopf gegen die Scheibe geprallt war, weil er nicht angeschnallt war.

Am 3. Juni vergangenen Jahres war er mit Cannabis und rund 1,2 Promille Alkohol im Blut Auto gefahren. Auf der Oberbenrader Straße hatte er die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und war gegen einen Strommast gefahren. Der zerbrach, ein Schild und die Oberleitung wurden beschädigt.

Dass er vieles falsch gemacht hatte, sah der Angeklagte ein. "Ich hatte keine Lust, am Leben teilzunehmen", sagte er. Er habe sehr viel gearbeitet; der Drogenkonsum sei seine einzige Freizeitgestaltung gewesen. Nach der Trennung von seiner Frau habe er sich von der Außenwelt abgeschottet. Weil die Gefahr, erwischt zu werden, groß ist, wollte er sich selber mit Marihuana versorgen. Als Hobbygärtner habe er schon in der Kindheit gute Erfahrungen gemacht. Die Absicht, die Drogen zu verkaufen, habe er aber nie gehabt, beteuerte der 32-Jährige. Es sei alles für den Eigenkonsum bestimmt gewesen. Aufgrund des Geständnisses, der besonderen Umstände, und weil die Drogen nicht an andere weitergegeben wurden, verurteilte das Gericht ihn zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

(BL)
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