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Dreieinhalb Jahre Haft für Handy-Räuber

Gericht in Krefeld : Dreieinhalb Jahre Haft für Handy-Räuber

Der vorbestrafte Krefelder hatte unter anderem zwei 14-Jährigen Geld und Handy abgenommen. Einem der Jungen hat der Täter gedroht, ihm einen spitzen Gegenstand in den Bauch zu rammen.

(BL) Das Landgericht hat einen 21-Jährigen wegen Raubes und weiteren Taten zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der vorbestrafte Krefelder hatte unter anderem zwei 14-Jährigen Geld und Handy abgenommen. Die Taten hatte er nur teilweise eingeräumt.

Im Mai vergangenen Jahres hatte er einen 14-Jährigen am Theaterplatz überfallen. Der Teenager hatte vor der Mediothek auf einen Freund gewartet, als der Angeklagte ihn ansprach. Das Gericht war überzeugt, dass der Angeklagte sein Opfer zur Rückseite des Gebäudes gezogen und ihm 30 Euro geraubt habe. Um seine Forderung durchzusetzen, habe der Angeklagte dem Jungen einen spitzen Gegenstand an den Bauch gehalten. Weil der 14-Jährige glaubte, es handele sich um ein Messer, habe er ihm das Geld gegeben. Vor Gericht war der Zeuge sich zwar nicht sicher, ob der Angeklagte der Täter war, nach dem Vorfall hatte er ihn aber auf Lichtbildern als wahrscheinlichen Täter erkannt.

Ein Zusammentreffen mit einem Jüngeren hatte der Angeklagte auch gar nicht abgestritten. Er sagte allerdings, er habe ihn lediglich davon abhalten wollen, dort Drogen zu konsumieren. Im Juni hatte er dann von einem anderen 14-Jährigen in einem Supermarkt zehn Euro gefordert. Weil der nicht gezahlt habe, nahm der Angeklagte dessen Handy an sich und gab es ihm erst zurück, als er Geld von ihm bekam. Davon habe er sich laut Gericht Essen gekauft.Dass der 14-Jährige Drogenschulden bezahlen musste, wie der 21-Jährige behauptete, hielt das Gericht für eine Schutzbehauptung.

Einen Diebstahl und den Besitz von Crack räumte der Angeklagte ein. „Sie haben sich gezielt junge Menschen ausgesucht", sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Von einem minder schweren Fall könne man nicht ausgehen, man müsse auch die nicht unerheblichen Folgen für die Opfer bedenken. Auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt lehnte das Gericht ab. Der junge Mann hatte bereits eine Haftstrafe verbüßt und danach keine Chance zur Therapie genutzt.