Krefeld: "Doc Otto" für unermüdlichen Einsatz geehrt

Krefeld: "Doc Otto" für unermüdlichen Einsatz geehrt

5000 Euro überreichte der Ärzteverein Krefeld den German Doctors. Der Erlös stammt aus dem Benefizfest, das in diesem Jahr zum letzten Mal stattfand. Der 98-jährige Mediziner Otto Paulitschek erhält die Johannes-Weyer-Medaille.

Beim Abschied geht es nochmals weit über die Grenzen von Krefeld hinaus, wenngleich der Bezug zur Samt- und Seidenstadt doch ganz nah ist. Zum nunmehr fünften Mal fand das Benefizfest des Ärztevereins Krefeld im Stadtwaldhaus statt, bei dem Mediziner, Zahnärzte, Apotheker und Psychotherapeuten gemeinsam für den guten Zweck einen geselligen Abend mit Büffet, Musik und Tombola erlebten. In diesem Jahr ging der Erlös der Eintrittskarten und der Tombola sowie die Summe der zusätzlichen Einzelspenden dabei an die Hilfsorganisation German Doctors. Der 1983 gegründete Verein arbeitet weltweit an den verschiedensten Projekten und entsendet jedes Jahr 350 Ärzte, die ehrenamtlich in sechswöchige Arbeitseinsätze gehen. "Mit dieser Spende helfen wir nicht nur, sondern würdigen auch gleichzeitig den Einsatz eines ganz besonderen Menschen, der persönlich mein Vorbild ist", sagte Dr. Knud Krausbauer, Vorsitzender des Ärztevereins Krefeld, bei der Überreichung der 5000 Euro in der Kreisstelle Krefeld der Ärztekammer Nordrhein an Jürgen Grosse von German Doctors.

Im Mittelpunkt der Spendenübergabe stand "Doc Otto" - der Krefelder Chirurg Dr. Otto Paulitschek. Er ist mit seinen 98 Jahren nicht nur das älteste, aktive Mitglied der German Doctors, sondern auch Initiator des seit 30 Jahren bestehenden Hilfsprojekts "Hilfe für Tondo" auf den Philippinen. Für dieses Projekt leitet German Doctors die administrative Abwicklung der Spenden. "Der gesamte Erlös der Benefizveranstaltung fließt zu 100 Prozent ohne Abzug irgendwelcher Verwaltungskosten in dieses Projekt", so Grosse.

Paulitschek setzte sich unter anderem für den Aufbau von Gesundheitszentren sowie die Bekämpfung der Tuberkulose und Lepra ein. In seiner über 30-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit leistete er 26 Einsätze auf den Philippinen. Zusammengerechnet war er damit dreieinhalb Jahre vor Ort. "Es gibt kein besseres Medikament als eine sinnvolle Aufgabe", bemerkte Paulitschek zu seinem unermüdlichen Einsatz. Er selber war vor drei Jahren das letzte Mal auf den Philippinen und weiß das Projekt in guten Händen. Nachdem sich in den Vorjahren die Lebenshilfe, action medeor, die frühkindliche Musikförderung und der Hospizförderverein Krefeld über Summen in ähnlicher Größenordnung freuen konnten, ist mit der Übergabe an die German Doctors das Ende einer Tradition, die alle zwei Jahre stattfand, eingetreten. Mit dem fünften Benefizfest zieht der Ärzteverein Krefeld einen Schlussstrich unter seinen sozialen Einsatz. "Es war immer ein wunderbarer Anlass und es tut weh aufzuhören. Aber es ist leider nicht mehr zu stemmen", sagte Krausbauer.

Mit der letzten Spendenübergabe gab es zudem noch eine Überraschung für Paulitschek. Er bekommt die Johannes-Weyer-Medaille verliehen. Diese erfolgt an Ärzte, die sich besondere Verdienste um die medizinische Wissenschaft, durch vorbildliche Haltung und durch besondere Leistungen für die ärztliche Selbstverwaltung erworben haben. Die Medaille ist dabei nach dem gleichnamigen Mediziner benannt, der von 1515 bis 1588 lebte und sich gegen die damals weit verbreitete Hexenverfolgung aussprach. Paulitschek ist der 132. Träger der Auszeichnung, die seit 1982 durch die Ärztekammer Nordrhein und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein verliehen wird.

(RP)