Digitalisierung: Tiermarktkette Fressnapf vernetzt alle Märkte in der Cloud

Tiermarktkette läutet Digitalzeitalter ein : Die Fressnapf-Gruppe vernetzt alle Märkte in der Cloud

Die QSC AG aus Köln baut für die Handelskette für Tiernahrung eine Echtzeitdatenbank. „Daten sind das neue Gold“, erklärte Fressnapf-Eigentümer Torsten Toeller.

Torsten Toeller, Inhaber und Gründer der Fressnapf-Gruppe mit gut 1500 Märkten für Tiernahrung und -zubehör, holt stets die Besten mit ins Boot, wenn es um die Expansion seiner Unternehmensgruppe geht. Digitalisierung steht dabei ganz oben auf der Prioritätenliste, um Fressnapf auf dem wirtschaftlichen Erfolgskurs voranzutreiben. Toeller hat deshalb die QSC AG mit Sitz in Köln mit der Migration der SAP-Systeme sowie weiterer IT-Lösungen von Fressnapf in die Cloud beauftragt. „Daten sind das neue Gold“, sagte Toeller unlängst in der Firmenzentrale in Linn. Und damit die Daten jederzeit und überall für seine Entscheider verfügbar sind, ist die Cloud-Lösung unabdingbar.

Toellers Blick nach vorn hat den Titel „Challenge 2025“. Er meint damit nicht weniger als die Eroberung der digitalen Welt mit dem Ziel, die Nummer eins zu werden, wenn es um die Beziehung von Mensch und Tier geht. 20 bis 30 Millionen Euro will er sich pro Jahr sein Projekt einer digitalen Plattform kosten lassen, auf der alle Informations- und Service-Angebote zu Haustieren zu finden sein werden und darüber hinaus auch online Tierfutter und Tierzubehör verkauft wird. Diese Fressnapf-Plattform soll eine Art neues Facebook für Tierfreunde und Tierbesitzer werden.

Digitalisierung gehe weit über reines Verkaufen im Netz (e-commerce) hinaus, sagte Geschäftsführer Folkert Schultz. Mit dem Online-Store, der Beteiligung an Payback und eigenen Analysen wie die Auswertung der Verkaufsbons in verschiedenen Märkten in verschiedenen Ländern verfüge die Fressnapf-Gruppe über immenses Wissen, was die Kunden möchten und was sie bewegt.

Um die Cloud kümmert sich die QSC AG. Sie wurde 1997 als DSL-Netzbetreiber und Anbieter von Internet- und Telekommunikationsprodukten gegründet. Seitdem hat sich das Unternehmen zu einem deutschen IT-Dienstleister gewandelt. Das Unternehmen ist börsennotiert. Künftig werde die SAP-Umgebung in der SAP HANA Enterprise Cloud betrieben. QSC ist hierbei Generalunternehmer für den SAP-Betrieb sowie das Application Management. Zudem könnte QSC in Zukunft aus ihrer eigenen Cloud-Umgebung auch die Kassenlösung der Fressnapf-Gruppe sowie weitere Systeme bereitstellen.

„Unsere Expansion online wie offline ist einer der wichtigsten Treiber unseres Unternehmens. Heute sind wir mit mehr als 1500 Märkten in elf Ländern Europas vertreten und haben insgesamt vier Länder an unseren Online-Shop angeschlossen, zuletzt Österreich. In diesem Jahr werden wir außerdem in Polen den Webshop an den Start bringen, ein weiteres Land soll noch folgen“, erklärte Benjamin Beinroth, Senior Vice President IT & Processes der Fressnapf-Gruppe. „Wir denken vollumfänglich aus der Sicht unserer Kunden und deren Ansprüche für einen reibungslosen und servicebasierten Cross-Channel-Einkauf bei Fressnapf. Eine maßgeschneiderte, flexible, schnell erweiterbare IT-Infrastruktur ist daher für diesen Schritt essenziell und mit QSC wissen wir einen kompetenten und strategisch wichtigen Partner an unserer Seite.“

QSC wird diverse Lösungen in die Echtzeit-Datenbank überführen. Dadurch wird es der Fressnapf-Gruppe unter anderem möglich sein, Auswertungen wie beispielsweise Finanz-Reportings erheblich schneller zu erhalten. Für die Fressnapf-Gruppe betreibt die QSC-Tochter Plusnet zudem das europaweite MPLS-Netz, über das die einzelnen Standorte mit den zentralen Geschäftssystemen verbunden sind. 

Jürgen Hermann, Vorstandsvorsitzender der QSC AG, kommentiert den aktuellen Großauftrag: „Dieser Erfolg zeigt, wie gut wir mit unserem Leistungsportfolio als Digitalisierer für den Mittelstand aufgestellt sind. Uns verbindet mit der Fressnapf-Gruppe eine langjährige vertrauensvolle Partnerschaft. Auf dieser Basis dürfen wir die Unternehmensgruppe als Dienstleister aktiv bei der fortlaufenden Digitalisierung begleiten.“

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