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Digital-Strategie: VHS Krefeld hält Umfang des Programms

Digital-Strategie : VHS in Krefeld hält Umfang des Programms

Schwerpunkt im neuen Programm der Volkshochschule bliebt persönliches Lernen mit digitaler Unterstützung: von Stilberatung für Männer bis zu Tipps fürs Homeoffice.

Gerade ist das neue VHS-Programm für das zweite Semester 2020 erschienen. 1090 Bildungsveranstaltungen verteilen sich auf die fünf Fachbereiche Politik/Gesellschaft (91 Veranstaltungen), kulturelle Bildung (138), Natur und Gesundheit (294) und berufliche Bildung (206). Erstmalig entfällt das gewohnte gedruckte Programm, das den VHS-Hörern an den gewohnten Auslagestellen kostenlos angeboten wurde. In Pandemiezeiten mit der Gefahr ständiger Änderungen im Gefolge der Corona-Schutzverordnung erschien ein broschürtes Programmangebot zu wenig flexibel, erläuterte VHS-Leiterin Inge Röhnelt.

Nach der Schließung der Volkshochschulen durch die NRW-Landesregierung im März gab es für diese Bildungsinstitute genügend Zeit, sich auf die Wiederöffnung des Lehrbetriebes vorzubereiten. Sorgfältig wurden die Hygienemaßnahmen umgesetzt: Mund-Nasenschutz bis zum Sitzplatz im Unterrichtsraum, Desinfektion der Kontaktflächen, Abstandsregelung, Teilnehmer-Dokumentation, Stoßlüftung. Diese Maßnahmen gelten sowohl für das Hauptgebäude wie auch die externen Unterrichtsräume. Exkursionen finden fußläufig in begrenzter Teilnehmerzahl statt.  Trotz der Einschränkungen entspricht das neue Programm in seinem Umfang annähernd dem der Vorsemester.

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Neben dem klassischen Kursangebot in den Bereichen Sprache, Kreativität und Gesundheit treten gesellschaftlich bedeutsame Themen wie Stadtentwicklung unter dem Titel „Krefeld – meine Stadt“ oder eine Dauerausstellung im Foyer des Hauptgebäudes, die unter dem Titel „Silver Society“ individuelle Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Rolle im Alter entdecken lassen möchte.

An junge Leute richtet sich ein Infoabend zur Studienfinanzierung. Männer können eine Veranstaltung zur  Farb- und Stilberatung nutzen. Aktuell ist ist auch eine Veranstaltung unter dem Titel „Arbeiten im Homeoffice – Smart Working“. Im September geht es dann auf kulinarische Entdeckungstour in der Südstadt. In den stark nachgefragten Sprachkursen werden  23 Fremdsprachen gelehrt. Die VHS könnte mit Hilfe von Bundesmitteln das Gerüst ihrer Deutsch- und Integrationskurse sowie der berufsbezogenen Deutschförderung bewahren.

Neu im VHS-Leitungsteam ist Marketing-Fachfrau Meike Tirell. Mit dem alle sechs Wochen ab Montag, dem 31.August erscheinenden VHS-Magazin „Inside“ informiert Tirell über Neuerungen im VHS-Alltag. Das Magazin wird flankiert von Flyern, in denen besondere Veranstaltungen beworben werden. Hinzu kommt ein eigener Facebook-Auftritt der VHS.

Die Pandemiezeit hat einen Digitalisierungsschub in der VHS befördert. Neu sind digitale Kursangebote über die VHS-Cloud in der Politischen Bildung, im Sprachen- und IT-Bereich. Zu den bereits vorhandenen interaktiven Whiteboard /active panels sind weitere Tafeln bestellt worden, so dass bereits in acht Unterrichtsräumen das Unterrichtsgeschehen durch Livestreams und andere Quellen aus dem Netz aufgelockert werden kann. VHS-Chefin Inge Röhnelt beruhigt Kritiker, die die Gefahr sehen, dass sich die VHS in der digitalen Cloud verliert: „Wir sind bestrebt, unsere Fähigkeiten im Online-Lernen auszubauen. Aber grundsätzlich gilt: Die VHS ist ein Lernort der persönlichen Begegnung.“

Bozena Deda, die das VHS-Bistro „Colonnade“ betreibt, hofft, dass wieder viele VHS-Nutzer den Weg zu ihr finden werden, nachdem sie im Unterrichtsraum auf Abstand sitzen mussten. „An unseren langen Tischen können bis zu zehn Personen Platz nehmen“, sagt sie. „Ein wenig von der früheren Gemütlichkeit kann das Kaffee- oder Teetrinken nach Kursende wieder vermitteln.“