Krefeld: Diebe stehlen Monstranz aus Kapelle

Krefeld: Diebe stehlen Monstranz aus Kapelle

Unbekannte Täter hebelten in der Kapelle St. Johann Baptist den Tabernakel auf. Dort lagen die Schlüssel für die panzerglasgesicherte Monstranz. Pfarrer Joachim Schwarzmüller ist schockiert: "Die Diebe haben auch die geweihte Hostie, das Allerheiligste mitgenommen."

Pfarrer Joachim Schwarzmüller kann es so recht noch nicht glauben. "Dass der Opferstock geknackt wurde, ist ja schon mal vorgekommen. Oder eine Mutter-Theresa-Statue gestohlen. Aber das, was jetzt passiert ist, das ist ein Sakrileg."

Was passiert ist, hat Schwarzmüller gestern in einem Brief an die Besucher seiner Kapelle St. Johann Baptist geschrieben: "Liebe Beter! Leider ist am 17.1. der Tabernakel gewaltsam aufgebrochen und die Monstranz mit dem Allerheiligsten gestohlen worden. Bitten wir Christus um Verzeihung für dieses Sakrileg und um Gnaden für eine Bekehrung des Herzens des Diebs!" Das Schreiben hängte der Pfarrer an die leere Vitrine, die die goldene Monstranz eigentlich vor dem Zugriff von Dieben schützen sollte.

Seit sieben Jahren ist die Kapelle auf dem Johannesplatz rund um die Uhr an allen Tagen des Jahres für die Betenden geöffnet. "Sie kommen sogar aus dem Umland hierher", berichtet Pfarrer Schwarzmüller. So hatten die Diebe leichtes Spiel. Zwischen 11.30 Uhr und 15.45 Uhr müssen die Täter am Dienstag zugeschlagen haben. Sie hebelten den Tabernakel auf, brachen dabei eine Holztür entzwei. In katholischen Kirchen werden im Tabernakel die in der Heiligen Messe gewandelten Hostien aufbewahrt, die nach katholischem Glauben Leib Christi sind. In der Kapelle St. Johann Baptist lagerten dort auch die Schlüssel für die Panzerglasvitrine. "Die Diebe haben die Vitrine sogar wieder ordentlich abgeschlossen, nachdem sie die Monstranz herausgenommen hatten", berichtet Schwarzmüller.

  • Hilden/Haan : Monstranz-Glanz erhellt Fronleichnam

Die Schlüssel nahmen die Täter mit, ebenso ein paar Glocken aus dem Tabernakel und eine Pyxis – eine messing-goldene Schatulle, in der die geweihten Hostien aufbewahrt werden. Der materielle Schaden ist überschaubar. "Solch eine Monstranz kostet neu 1500 bis 2000 Euro", berichtet der Pfarrer. "Für uns als ärmere Gemeinde ist das natürlich auch viel Geld." Schlimmer aber wiege der Angriff aufs Allerheiligste. "Die Beter sind ziemlich verstört", sagt Schwarzmüller. Dennoch: Die Kirche soll auch weiterhin offen bleiben, eine Kameraüberwachung lehnt der Pfarrer ab. "Wenigstens im Gotteshaus soll man für sich sein können. Ich lasse mich durch die Tat nicht entmutigen."

Über die Täter gibt es nur Mutmaßungen. "Ein Betender hat am Vortag eine Gruppe Jugendlicher bemerkt", sagt der Pfarrer. "Vielleicht war es aber auch jemand, der Geld brauchte." Eine andere Theorie, die in der Pfarre kursiert: dass das Allerheiligste für eine okkulte Messe gezielt entwendet wurde.

Polizei sucht Zeugen Wer hat verdächtige Beobachtungen gemacht? Hinweise an die Polizei unter Telefon 634-0.

(RP)
Mehr von RP ONLINE