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Die starken schreibenden Frauen von Krefeld stellt Birgitt Schweren-Wolters in der Mediothek vor

Zum Weltfrauentag : Das sind Krefelds starke schreibende Frauen

Am 8. März wird der Internationale Frauentag gefeiert. In Krefeld gibt es eine Reihe starker Frauen. Zum Beispiel Autorinnen: Sie schreiben Krimis oder Sachbücher, historische Romane oder Biografien oder sie übersetzen. Literaturkennerin Birgitt Schweren-Wolters hat einige Zeitgenossinnen zum Thema ihres Literaturabends am 4. März in der Mediothek gemacht. Wir stellen unsere Auswahl vor.

Krefeld ist eine Stadt mit großem Kulturreichtum. Das zeigt sich auch darin, dass es in der Stadt zahlreiche Literaturfreunde gibt. Viele Leser, manche Schreiber. Zum Internationalen Frauentag am 8. März möchten wir weibliche Autoren mit Krefeld-Bezug vorstellen; Frauen, die selber schreiben.

Die Anregung zu dieser Zusammenstellung kommt von Birgitt Schweren-Wolters. Sie war 45 Jahre im Buchhandel tätig und engagiert sich seit ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben vor fünf Jahren in der VHS und im Förderverein der Mediothek für die Literatur. An beiden Orten trägt sie regelmäßig vor und möchte nun über schreibende Frauen in Krefeld berichten. Das Besondere bei ihrer Auswahl: „Ich habe alle diese Frauen persönlich kennengelernt und habe über sie alle etwas zu erzählen.“ Es stehen auch von jeder dieses kompletten Dutzends Bücher im Regal bei Birgitt Schweren-Wolters. „Das eine oder andere ist auch längst vergriffen“, sagt sie, stolz auf diese sehr persönliche Sammlung.

Die Bandbreite ist groß: Prosa, Gedichte, Sachbücher, Krimis, Erzählungen, Übersetzungen, Bestseller werden oder wurden in Krefeld erdacht, geschrieben und sogar mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Da ist als erstes Liesel Willems aus Hüls zu nennen, die für ihre Gedichte mit dem Niederrheinischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Man könnte sie die Grande Dame nennen: In diesem Jahr wird sie 70 Jahre. Sie hat Gedichte, Erzählungen, Kindergeschichten geschrieben und ist in vielen Anthologien vertreten. Zuletzt in einer Textsammlung über den Stadtteil Hüls. (https://lieselwillems.de)

Auf dem Feld der Musik ist Ute Büchter-Römer unterwegs, die zum Beispiel bei Rowohlt, seit kurzem in Hamburg, die Lebensgeschichte von Fanny Mendelssohn-Hensel veröffentlicht hat und regelmäßig Vorträge über Musik und Kompositionen hält. Büchter-Römer wurde 1946 in Ahrweiler geboren, studierte Musik und Geschichte und habilitierte sich vor 25 Jahren an der Uni Köln. Im Niederrheinischen Literaturhaus berichtet sie regelmäßig im Verein Literatur in Krefeld – LiK–  auf kenntnisreiche Weise über Komponistinnen und wird dabei von einer Pianistin begleitet. (Infos bei rowohlt.de oder wikipedia)

Im Alphabet folgt der Sachbuchautorin Ina Coelen, die den Leporello-Verlag führte, Krimis und Beiträge zu Krimi-Sammlungen verfasste. Auf ihr Konto geht die Erfindung der alljährlichen herbstlichen Krimitage, zu denen sie seit dem Jahr 2001 Autoren von nah und fern einlädt. Ihre jüngste Veröffentlichung ist ein Kochbuch mit 100 griechischen Rezepten. (http://www.coelen-krimi.de)

Im Literaturhaus angesiedelt ist die sechsköpfige Gruppe der „Textweber“, die sich vor genau zehn Jahren zusammengefunden hat. „Sie gehen ihrem Hobby Schreiben nach und lesen Freunden und Familie aus ihren Sammelbänden vor“, erklärt Birgitt Schweren-Wolters. (https://www.krefelder-textweber.de)

Jenny Latz ist ein Beispiel für Selbsthilfe mit der Feder – sie hat die Erkrankung kreisrunder Haarausfall und geht damit offen und aktiv um. „In ihren Büchern über Haarausfall stärkt sie andere Frauen und hilft ihnen“, weiß Schweren-Wolters. (https://www.haircoaching.de)

Erfolgreichste Autorin in Krefeld ist Ulrike Renk, Jahrgang 1967, die mit ihrem jüngsten Buch einmal mehr auf der Spiegel-Bestseller-Liste steht. „Tage des Lichts“ ist der dritte Band zu der Geschichte um die jüdische Familie Meyer von der Friedrich-Ebert-Straße. Im Jahr 1939 sind wir mit den Auswanderern in England. Das Buch war schon bei Erscheinen auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste. (https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrike_Renk oder Aufbau-Verlag.)

Helga Kaiser-Schmitter hat im Eigenverlag Schubladengedichte veröffentlicht. Sie ist die Mutter des Dichters Frank Schmitter (München) und von Elke Schmitter. Jene wurde 1961 in Krefeld geboren und ist derzeit Autorin des Spiegel. Sie erhielt den Niederrheinischen Literaturpreis im Jahr 2000 für ihren Roman „Frau Sartoris“. Sie verfasste weitere Romane, Gedichte, Kinderbücher und beteiligt sich an Anthologien. (de.wikipedia.org/wiki/Elke_Schmitter)

Die amerikanische Autorin Diana Gabaldon erfand die Highland-Saga, in der die britische Krankenschwester Claire ins 18. Jahrhundert versetzt wird. Ins Deutsche hat die Krefelderin Barbara Schnell die erfolgreichen Romane übersetzt – genauso erfolgreich. Der passionierten Reiterin war nämlich aufgefallen, dass im ersten Übertragungsversuch die Fachbegriffe durcheinander purzelten. Sie bekam den Auftrag des Verlags und erwarb von ihrem ersten Honorar ein Reitpferd. (http://www.bschnell.de/)

Brigitte Tietzel, an die sich manche noch als Direktorin des Textilmuseums erinnern, hat eine psychologische Studie und auch Krimis geschrieben. Gift, Museumsintrigen und Missbrauch sind ihre Themen.

Zuletzt geht es in der Auswahl von Birgitt Schweren-Wolters um Regine Zweifel, die mit offenem Blick und reicher Kenntnis auf ihre Heimatstadt geschaut und schon drei Bände über Krefeld veröffentlicht hat. Doch hat sie auch eine tiefe Passion für Paris, über das sie einen fundierten Reiseführer verfasste.

Eine weitere interessante Frau ist Ulla Gessner. Sie wurde 1946 in Krefelds Partnerstadt Beeskow geboren, lebte in Krefeld und seit 1992 auch in Tel Aviv. Gelegentlich kommt sie nach Krefeld – sie kann Geschichten aus beiden Welten erzählen. „Die Jahrhundertfrau“ verhandelt das Leben ihrer Mutter, „Frauen in Israel“ versammelt 15 Porträts. Auch Ingrid Schmitz, erfolgreiche Krimiautorin, stammt aus Krefeld. Zwei Pole ihrer witzigen spannungsvollen Geschichten: Spiekeroog und ein Krimihotel in der Eifel. (http://krimischmitz.de/)

Mit Krefeldbezug ist auch die biografisch geprägte Suche nach ihrem jamaikanischen Vater. Die die 1964 geborene Kinderärztin Jutta Weber erzählt in „Rastavati“, wie sie ihre jamaikanischen Wurzel fand.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefelds starke schreibende Frauen