Die Stadt zahlte die Grundsicherung durch einen Fehler erst verspätet aus.

Fehler bei der Stadtverwaltung : Ärger zum Jahreswechsel - Stadt zahlt Grundsicherung verspätet aus

Erst am 2. Januar hat die Stadt Grundsicherung ausgezahlt. Auf Facebook entschuldigt sich die Verwaltung und spricht von einem Fehler.

Das Jahresende brachte für viele Menschen in Krefeld eine sehr unruhige Zeit mit sich, denn die Grundsicherung, die Aufstockung der Rente für Menschen, deren Renteneinkünfte unter dem Satz für Sozialleistungen liegt, wurde im Dezember von der Stadt Krefeld zunächst nicht ausgezahlt. „Eigentlich hätte das Geld spätestens am 29. Dezember eingehen müssen. Als aber mein Vater Geld holen wollte, bekam er die Auskunft, dass nichts da sei. Wir haben dann sofort bei der Stadt angerufen. Aber alle waren in Urlaub, niemand war zu erreichen“, erzählt ein betroffener Bürger, der namentlich nicht genannt werden möchte.

An mehreren Stellen habe er versucht, jemanden zu erreichen, denn die monatlichen Kosten standen zur Abbuchung an. „Bei meinem Vater ist zum Beispiel die Miete zurückgegangen. Das verursacht natürlich Gebühren. Mein Vater hatte sehr unruhige Tage und hat sich Sorgen gemacht“, erzählt der Krefelder, der kopfschüttelnd und einigermaßen süffisant fortfährt: „Zu erreichen war leider nur ein Anrufbeantworter. Der sagte, in dringenden Fällen solle man sich an die Feuerwehr wenden. Das fand ich dann aber doch etwas unpassend.“

Für Unzufriedenheit sorgte bei ihm auch ein Telefonat mit der zuständigen Sachbearbeiterin nach Neujahr. „Sie sagte mir dann, entstandene Gebühren würden von der Stadt übernommen. Man müsse nur den entsprechenden Antrag stellen. Eigentlich sehe ich aber nicht ein, dass ich jetzt Papierkram zu erledigen habe, weil bei der Stadt geschlafen wird. Wie kann so etwas passieren? Was für einen Respekt drückt denn das den Menschen gegenüber aus, die ohnehin schon zu den Ärmsten der Gesellschaft zählen?“, fragt er.

Auf Seiten der Stadt sorgte der Fall ebenfalls für große Aufregung. Als die Mitarbeiter auf die Situation aufmerksam wurden, ergriffen sie sofort Maßnahmen. Die Stadt spricht von einem „bedauerlichen Fehler“ und löste die Zahlungen am 2. Januar aus. Auf Facebook reagierten die Verantwortlichen auch sofort mit einer Stellungnahme und Entschuldigung. „Durch richtig blöde Umstände wurde ein Fehler bei der Auszahlung der Grundsicherung gemacht und das Geld nicht pünktlich an diejenigen, die dringend darauf gewartet haben, ausgezahlt. Wir wissen ganz genau, wen es damit getroffen hat - und auch wenn es vielleicht wie eine Phrase und eine typische PR-Nachricht klingt, es tut uns aufrichtig leid“, heißt es in der Stellungnahme.

Wo Menschen arbeiteten geschähen Fehler, dies aber könne nur eine Erklärung, keine Entschuldigung sein, ist dort weiter zu lesen. Die Verantwortlichen sind also sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Die Gelder sind zwischenzeitlich gutgeschrieben und die schlimmsten Folgen damit hoffentlich abgemildert. Für aus der verspäteten Zahlung entstandene Gebühren verspricht die Stadt aufzukommen.

Den Ärger des genannten Betroffenen vermag das nur bedingt zu bremsen. „Es ist und bleibt mir einfach unbegreiflich, wie so etwas passieren kann. Dafür müssen doch Mechanismen geschaffen werden, dass schnell Abhilfe geschaffen wird. Dass Fehler passieren können stimmt, aber dass tagelang niemand erreichbar ist und es auch keine Kontrollen gibt, das darf wirklich nicht sein“, kritisiert er. Den Schreck und die Sorgen der Bezieher der Sozialleistung können die Verantwortlichen bei der Stadt nicht mehr nehmen. Immerhin aber geloben sie für die Zukunft Besserung. Denn eins ist klar: Ein solcher Fall soll sich auch aus ihrer Sicht tunlichst nicht wiederholen.