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Die Shortlist für den 1. Krefelder Fantasy-Preis steht auch ohne Bestsellerautoren

Literatur in Krefeld : Erster Krefelder Fantasy-Preis: Fünf Titel sind in der Endauswahl

Es sind nicht die schillernden Namen, die auf den Bestsellerlisten stehen. Auf der Shortlist für den 1. Krefelder Fantasy-Preis stehen Romane von Sameena Jehanzeb, Thilo Corzilius, Timo Leibig, Katharina Hartwell und Birgit Jaeckel.

Für das beste Buch, das Anfang des neuen Jahres bekanntgegeben wird, gibt es ein Preisgeld von 10.000 Euro. Mehr als 150 Autoren aus dem deutschsprachigen Raum haben sich um den erstmalig ausgeschriebenen Krefelder Preis für Fantastische Literatur beworben. Unter den Einsendungen waren Eigenveröffentlichungen, Werke aus spezialisierten Kleinverlagen und Titel aus großen Verlagshäusern. Eine fünfköpfige Fachjury entscheidet über die besten Texte. Die Trophäe zum Fantasy-Preis ist ein Pentagondodekaeder, der einem Fund aus dem archäologischen Gräberfeld Gellep nachgebildet ist.

Und darum geht es in den fünf Büchern, die noch im Rennen sind:

Sameena Jehanzeb siedelt die Geschichte „Was Preema nicht weiß“ in der nahen Zukunft an. „Das Buch entführt auf zwei spannende Handlungsebenen: auf eine hinter einem weißen Raum liegende, paradiesartige Lichtung kurz nach dem Weltuntergang und in die sich langsam aufbauenden, zurückkehrenden Erinnerungen einer jungen Frau. Beide Handlungsstränge werden von der 1981 in Bonn geborenen Autorin geschickt verwoben“, lässt die Jury wissen. Die Grafiken am Beginn der einzelnen Kapitel, die sich im Verlauf der Geschichte zu einem Bild zusammenfügen, haben die Jury besonders beeindruckt. Mit diesem Buch hat Jehanzeb den Selfpublishing-Buchpreis 2020 gewonnen.

Um eine Trickbetrügerbande in Venedig geht es in „Diebe der Nacht“. Als „irgendwo zwischen The Italian Job und Ocean‘s Eleven“ angesiedelt sieht die Jury den Text von Thilo Corzilius. Venedig ist natürlich als alternative, fantastische Kulisse inszeniert. „Der in Essen lebende Autor und Theologe wirft seine Leser in eine Welt aus Magie, Kunst, Schätzen und Humor, das Setting ist zugleich postindustriell und erinnert an die Renaissance. Am Ende des Buches wünscht man sich ein mechanisches Theater, um damit umherzuziehen und mehr von dieser Welt zu entdecken“, heißt es.

„Nanos – Sie bestimmen, was du denkst“ von Timo Leibig führt ins Jahr 2028. Die Bevölkerung lebt in der totalen Überwachung eines radikalen Staats. Wer ausschert, wird radikal verfolgt. Leibig verhandelt Werte wie Vertrauen und Freundschaft.

Als Jugendbuch für Leser ab 14 ist „Die Silbermeersaga – Der König der Krähen“ von Katharina Hartwell gelistet. Die Jury findet, das „überaus ansprechend und liebevoll gestaltete Buch“ banne auch Erwachsene. Es sei eine „sehr düstere Geschichte verschwundener Kinder in einem nordischen Reich voller magischer Kreaturen“. Hartwell hat bereits diverse Literaturpreise gewonnen, sowohl im Bereich Fantasy als auch in anderen Genres. Das Buch für den Wettbewerb gehört zu einer Reihe, die im Frühjahr fortgesetzt wird.

Auch ein Weihnachtsbuch landete auf dem Tisch der Juroren: „Das Erbe der Rauhnacht“ von Birgit Jaeckel. Darin geht es nicht um Lametta und Engelchen. Jaeckel führt den Leser in die Mythologie des 16. Jahrhunderts und begibt sich auf die Spuren von Knecht Ruprecht. Angst und Schrecken bestimmen die längste Nacht des Jahres. Für das Buch hat die Autorin 2019 schon den Fantasy-Preis Seraph gewonnen.

Der Titel, der mit dem 1. Krefelder Fantasy-Preis gekürt wird, soll im Januar bekanntgegeben werden. Die feierliche Verleihung mit Festakt wird wegen der Corona-Pandemie in das kommende Frühjahr verschoben.