Krefeld: Die Rückkehr des Ur-Wienges

Krefeld: Die Rückkehr des Ur-Wienges

Nach fast drei Jahrzehnten gibt es in der Traditionsgaststätte von 1807 wieder das Obergärige nach der Original-Rezeptur. Inhaberin Margot Wienges hat es an die Frankenheim-Brauerei verkauft, die das Bier nun wöchentlich anliefert.

Nach gut 25 Jahren gibt es im Traditionswirtshaus an der Neusser Straße wieder das echte Wienges Obergärige nach altem Originalrezept – in neuen Gläsern und auf neuen Bierdeckeln. Bis Anfang der 80er hatte Braumeister Hartfried Wienges das Bier noch an Ort und Stelle selbst gebraut, bevor die Produktion wegen der Innenstadtlage eingestellt werden musste, erinnert sich dessen Witwe, Inhaberin und Wirtin Margot Wienges.

Seitdem hat das Wirtshaus Altbier aus verschiedenen Brauereien bezogen. „Das war uns jetzt nicht mehr gut genug, und der Umsatz war auch leicht rückläufig. Außerdem war ich der Meinung, dass ich nun alt genug bin, unser Originalrezept zu verkaufen“, sagt die 67-Jährige, die das Haus gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Geschäftsführer Karl-Heinz Hoeren betreibt.

Den Zuschlag bekam vor einem Monat die Frankenheim-Brauerei, die das Bier jetzt herstellt und einmal wöchentlich anliefert. „Wenn ich, sagen wir mal, in fünf Jahren aufhöre, will Frankenheim auch unser Haus kaufen. Bis dahin darf Wienges-Bier aber nur hier ausgeschenkt werden“, berichtet die Wirtin aus Leidenschaft, die seit ihrer Heirat vor 47 Jahren in dem Haus schaltet und waltet. Als sie es nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2000 verkauft hatte, hielt sie das Rentnerdasein nicht lange aus und kaufte es drei Jahre später wieder zurück.

Das „neue alte“ Obergärige schmeckt angenehm würzig und ist stärker gehopft als das bisher ausgeschenkte. Das 0,3-Liter-Glas kostet 1,90 Euro, an der Theke 1,60. „Die Gäste nehmen es seht gut an. Viele sind schon wieder von Pils auf Wienges umgestiegen“, freut sich die Wirtin über ihren Entschluss. Ab morgen bietet die Traditionsgaststätte von 1807 das Bier auch auf der Speisenkarte an: als Altbiersud mit Zwiebeln zu deftigen Schweinshaxen.

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Neben Wirtin und Geschäftsführer arbeiten bei Wienges seit mehreren Jahren auch die beiden Köche Christian Menne und Sascha Saciv sowie die Kellner Güngör Yarali und Ralf Titgens.

Im Frühjahr steht übrigens der nächste „Coup“ bei Wienges an: Dann werden die Toiletten mit ihrer Anmutung wie aus dem Gründungsjahr der Gaststätte endlich völlig renoviert.

Seit Herbst besteht das neue, natürlich im Stil des Hauses eingerichtete „Bierstübel“, das Gesellschaften von 40 bis 50 Personen Platz bietet. Neben Wienges Obergärig gibt’s noch Köpi, Löwenbräu und Früh Kölsch.

(RP)
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