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Kr wie Krefeld: Die peinliche Woche der AfD in Krefeld

Kr wie Krefeld : Die peinliche Woche der AfD in Krefeld

Erst der Einzug in den Rat, dann Diskussionen über Parteiausschlussverfahren - die Alternative für Deutschland blamiert sich gehörig. Und keiner redet Klartext.

Vieles ist geschrieben worden über Politik diese Woche: Am Sonntag ist das neue Stadtparlament gewählt worden, dessen herausragendes Charakteristikum nun seine Vielfalt ist. Eine Partei muss aber gesondert erwähnt werden, weil sie mit großem Dilettantismus hervorsticht - die "Alternative für Deutschland", die mit ihrem bisherigen Auftreten auf keinen Fall eine "Alternative für Krefeld" ist.

4,3 Prozent der Krefelder haben am Sonntag dafür gestimmt, dass die AfD ins Stadtparlament einzieht. Man darf annehmen, dass ein großer Teil dieser Wähler sein Kreuzchen einfach dort gemacht hat, wo er auch bei der Europawahl sein Kreuzchen setzte. Denn inhaltlich-kommunalpolitisch steht die AfD für nichts. Stattdessen präsentiert sie sich mit Querelen, wie unsere Zeitung schon vor der Wahl berichtete: Kandidaten der Reserveliste haben sich angezeigt. Gut möglich, dass die AfD schneller aus dem Rat verschwindet, als ihr lieb ist.

Unsere Zeitung fragte bereits Mitte der Woche beim Krefelder AfD-Vorsitzenden Wolfgang Eitze nach, ob es Parteiausschlussverfahren gegen die beiden neuen AfD-Ratsmitglieder Jürgen Heitzer und Ruth Brauers gebe. Er dementierte dies. Gestern fragte unsere Zeitung erneut an: Eitze räumte erst da ein, dass ein Ausschlussverfahren gegen Heitzer laufe - wegen "parteischädigenden Verhaltens". Ob ein solches auch gegen Ruth Brauers initiiert werde, schloss er für die Zukunft nicht aus. Warum er dies nicht schon Mitte der Woche gesagt habe, fragten wir Eitze? Dessen Antwort: "Ich habe nur dementiert, dass es ein Verfahren gegen beide Personen gibt." Wer so eiert, macht sich lächerlich.

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Anhänger der AfD mögen einwenden, dass der Streit nur die Geburtswehe ist, die die Gründung einer jeden Partei begleitet. Letztlich aber sind die Querelen der AfD demokratiefeindlich: Die 4,3 Prozent haben ihr Kreuz nicht bei Ruth Brauers oder Jürgen Heitzer gemacht, die womöglich bald unter Zugehörigkeit zu einer anderen Fraktion im Rat vertreten sind. Sie haben die AfD gewählt - vielleicht zum letzten Mal.

(RP)