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Die niederrheinische Lavendel-Variante:  Büschelschön

Büschelschön in Krefeld : Die niederrheinische Lavendel-Variante

Von weitem könnte man meinen, es seien Lavendelfelder, na ja, fast. Die Farbe erinnert daran. Aus der Nähe entpuppt sich der Niederrhein-Lavendel als Gewächs mit dem entzückenden Namen Büschelschön.

Spaziergänger auf dem Egelsberg, aber nicht nur dort, können von weitem eine lila- bis bläulichfarbene Blütenpracht sehen, die die Erinnerung an die Lavendelfelder der Provence wachruft. Aus der Nähe gesehen, erlebt man ein Gewächs, das seit einigen Jahren auch in Deutschland heimisch geworden ist: in der Landwirtschaft und zunehmend auch in Gärten, denn diese Pflanze ist eine Bienenweide.

Von ferne erinnert ein Büschelschön-Feld der Farbe nach an Lavendel. Foto: Jens Voss

Gemeint ist  Phacelia tanacetifolia, zu Deutsch Büschelschön, auch Bienenweide, Bienenfreund oder Büschelblume genannt. Gerade die Bienenfreundlichkeit lässt die Pflanze auch in deutschen Gärten immer beliebter werden.  Man kann unter dem Stichwort „Phacelia Bienenfreund“ Blumensamen zur Anlage einer Bienenwiese bestellen.

Ursprüngliche Heimat der nicht winterharten Gattung Phacelia ist  Nord- und Südamerika. Da die Gattung Kälte nicht übersteht, konnte sie in Europa nicht verwildern und sich ausbreiten. Auf landwirtschaftlichen Flächen wird Büschelschön zur Verbesserung und Düngung des Bodens gepflanzt. Die Pflanze bildet ein dichtes Wurzelwerk, das den Boden auflockert. Die Blätter verschatten den Boden stark, so dass Unkraut nicht gedeihen kann. Im Boden entsteht viel organisches Material, der Humusgehalt steigt, die Bodenstruktur verbessert sich. In Fruchtfolgen mit Zuckerrüben ist der Anbau von Phacelia vorteilhaft, da sie Rübenälchen –  ein Fadenwurm, der in Rübenwurzeln lebt – vertreibt. Wie der Wurm kann auch der Mensch empfindlich auf Büschelschön reagieren: Der Hautkontakt mit den Blättern kann allergische Reaktionen wie Hautreizungen hervorrufen.

Die Pflanzen vertragen Trockenheit und sind genügsam. Büschelschön wurde immerhin in den trockenen Höhenlagen Kaliforniens, Arizonas und Mexikos bis in 2.000 Meter Höhe heimisch. So gedeiht die Pflanze zurzeit mühelos auch auf dem 46 Meter hohen Egelsberg und bietet zum Nutzen noch kleine Provence-Momente.