Krefeld: Die Nacht der Theater-Oscars

Krefeld : Die Nacht der Theater-Oscars

Zwölf Oscars, bewegte Preisträger und unerwartete Geständnisse gab es bei der schwungvollen Verleihung der 16. RP-Theater-Preise im Krefelder Theater. Das Publikum erlebte die Bühnenkünstler – und auch manchen Laudator – von bisher nicht gekannter Seite.

Zwölf Oscars, bewegte Preisträger und unerwartete Geständnisse gab es bei der schwungvollen Verleihung der 16. RP-Theater-Preise im Krefelder Theater. Das Publikum erlebte die Bühnenkünstler — und auch manchen Laudator — von bisher nicht gekannter Seite.

Esther Keil hält den Rekord: Sie bekam den fünften Theater-Oscar als beste Schauspieler. Die Liebe des Publikums gilt ihr nicht nur, weil man sie in jeder Rolle immer ein bisschen anders entdecken kann, wie Schauspieler Matthias Oelrich betonte, sondern auch weil "singt wie Whitney Houston". Den Beweis lieferte sie mit einem neu vertetxteten "Danke"-Song, in den sie auch ihren Sohn Levi und seine Kindermädchen einschloss. "Mindestens so wertvoll wie Esthers Fünfe", sagte Tenor Markus Heinrich mit bewegter Stimme, sei ihm sein erster Oscar. Gemeinsam mit Debra Hays (4. Oscar) bot er als Dankeschön-Lied ein Duett aus "Gräfin Mariza". Musikschuldirektor Ralph Schürmanns, der die Laudatio auf Heinrich hielt, gestand, dass er besser nicht singt, auch wenn ihm seine Gesangslehrerin einen richtigen "Opern-Peng" attestiert hatte.

Helmuth Wenderoth vom Kresch traute sich, seine Lobeshymne auf "Ewig jung" live anzustimmen. Das gefiel den Zuschauern so gut, wie die Ensemble-Einlagen aus dem Comedy-Musical "I love You. you're Perfect. Now Change".

Komödiantisches Talent offenbarte der Gladbacher Kulturdezernent Gert Fischer, der seine Ehrung für Ronny Tomiska als "Selbstgespräch eines Beigeordneten" konzipiert hatte. Sein Krefelder Kollege Gregor Micus hatte als Orakel von Krefeld nicht nur das Deutschlandspiel am Abend prophezeit, sondern auch den Sieg der Choreografie "Verlorene Kinder".

Die Preisträger hatte das Publikum mit großer Beteiligung ausgewählt. Und es musste keine große Leidensfähigkeit beweisen — wie RP-Redaktionsleiter Jens Voß in seiner Ansprache Nestroy zitierte: "Es ist zum Staunen, was ein guter Abonnent verträgt." Es war ein kurzweiliger, von guter Laune getragener Abend, eine Feier des Ensembletheaters, die die RP-Redakteure Petra Diederichs und Dirk Richerdt moderierten. Tänzer Paolo Franco erklärte in quirligem Englisch, dass er froh ist, nicht für die Prinzenrollen prädestiniert zu sein und nicht die Verantwortung des Solisten tragen zu müssen: "Einen Moment, etwas Besonderes zu sein, zu glänzen, und sich dann wieder in die Gruppe fallen zu lassen: Dafür schlägt mein Herz."

Zum ersten Mal hat eine Jugend-Jury erklärt, wofür ihre Herzen schlagen: Oliver Jesberger, Johanna Emmrich, Paulina Fikus, Isabelle Müller und Lioba Pinn schwärmten, wie gut alles abgestimmt ist, im Ein-Personen-Stück "Novecento": Jedes Rädchen funktioniert — und das seit zwölf Jahren. Den Oscar nahm Adrian Linke entgegen — fast als Preis für sein Lebenswerk.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So lief die Verleihung der RP-Theater-Oscars 2014

(RP)
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