1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld/Mönchengladbach: Die Nacht der Oscars

Krefeld/Mönchengladbach : Die Nacht der Oscars

Liebeserklärungen, bewegende Worte und Bravo-Rufe: Zum Ende der Spielzeit feierte das Publikum sein Theater. Bei der 15. Verleihung der RP-Theateroscars zeigten sich die Bühnenstars im Krefelder Theater von ihrer fast privaten Seite.

Kein Hollywood-Glimmer glänzt auf dieser Auszeichnung, dafür garantiert der "RP-Theater-Oscar" seit 15 Jahren die Belohnung und das Erlebnis hiesiger hausgemachter Qualität. "Ich bin sehr froh über die Initiative der Rheinischen Post, die für uns ein wichtiger Multiplikator ist", sagt Generalintendant Michael Grosse bei der Preisüberreichung im sehr gut gefüllten Theaterfoyer.

Redaktionsleiter Jens Voß schlägt in seiner Begrüßung einen Bogen über Literatur und Film zum Theater und lobt schon eine Inszenierung, für die auch der letzte Publikums-Oscar bereitsteht. Über die Preisträger stimmten die RP-Leser ab, und, Petra Diederichs die mit Dirk Richerdt moderiert: "So lernt Intendanr Grosse etwas über den Geschmack des Publikums."

Dank mit einer Arie

Oberbürgermeister Gregor Kathstede ist der erste Laudator, er lobt die Bühnenpräsenz und die perfekten Koloraturen von Debra Hays, die zum dritten Mal ausgezeichnet wird und sich mit einer Arie bedankt. gerührt von ihrem Preis ist Schauspielerin Helen Wendt, die von Architekt Klaus Reymann vorgestellt wird.

Der SPD-Ratsherr, Klaus Kokol kann den bereits fünften Oscar an die Primaballerina Karine Andrei-Sutter vergeben, die seit 1996 auf den Krefeld-Mönchengladbacher Bühnen tanzt und auch schon choreografiert hat. Ihr Kollege Paolo Franco ist von ",knabenhafter Jugendlichkeit", neu in der Compagnie und fiel schon in drei Produktionen auf — besonders als Puck —, wie Laudator Professor Hans Dieter Jakubowski, Vorsitzender der Mönchengladbacher Theaterfreunde, sagt.

Mit Adrian Linke wird von Bürgermeisterin Jutta Pilat "in Vertretung aller Ihrer Fans" ein Schauspieler ausgezeichnet, der auch in Stöckelschuhen (Rocky-Horror-Show) eine blendende Bühnenfigur abgibt und mit dem dritten Oscar in zehn Jahren belohnt wird.
Die spontane Ideen von Mediothek-Chef Helmut Schroers begeistert das Publikum. Am Flügel singt er ein gereimtes Loblied auf den Bass Matthias Wippich, der sich natürlich mit einem Lied für seinen ersten Oscar bedankt.

Für Rheinhardt Friese nimmt Christoph Erpenbeck den Oscar für die beste Musiktheaterproduktion an, Ulrich Elsen, Mönchengladbacher Ratsmitglied, zitiert in seiner Ehrung aus den "Comedian Harmonists". Manuela Luhnen - ebenfalls im MG-Rat — darf Ballettdirektor Robert North für "Romeo und Julia" belobigen.

Der Bühnenbild-Oscar ist für Johanna Maria Burkhart, KR-Theaterfreunde-Vorsitzender Heinrich Rungelrath zeigt sich als kompetenter Würdiger ihrer Arbeit. "Weil er Heinrich Faust in die Moderne holte", bekommt zuletzt Matthias Gehrt von Kulturdezernent Roland Schiffer den Oscar für die Inszenierung von "Faust 1 & 2", die auch junge Menschen begeisterte.

Der letzte Oscar ist allerdings "Chefsache": der "Ehren-Oscar" für Graham Jackson, der neun Jahre als Generalmusikdirektor am Niederrhein wirkte und sich hier sehr wohlfühlte. Anette Christina Held bedankt sich in Vertretung des erkrankten Jackson für die Würdigung.

Bravo-Rufe gibt es für Janet Bartolova und Lilia Tripodi. Begleitet von André Parfenov am Klavier singen sie spanisch, wedeln mit Fächern und Röcken und veredeln den Schmachtler "Granada" mitfeinstem Sopran.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Gewinner der RP-Theater-Oscars 2012