Die Markuskirche in Fischeln feiert ihren 60. Geburtstag mit einem Gemeindefest.

Festgottesdienst und buntes Gemeindefest : Gemeinde feiert 60 Jahre Markuskirche

Der Familiengottesdienst zum runden Geburtstag der Markuskirche fand bei der Gemeinde großen Zuspruch. Viele Jugendliche zeigten erstaunlich selbstbewusst ihren Glauben in einer aufgelockerten Liturgie des Gottesdienstes.

Die Wiese zwischen der Kita und der evangelischen Markuskirche an der Kölner Straße 480 in Fischeln lockte bei strahlend schönem Sonnenschein mit einer kleinen Budenstadt, über der das helle Geläut der Kirchenglocken zum Geburtstags-Familiengottesdienst rief. In der im Advent 1958 eröffneten Kirche beging die Markusgemeinde den runden Geburtstag der nun 60-jährigen Jubilarin.

Der rund 300 Besucher fassende Kirchenbau, dessen nüchterne Architektur 1998 unter Denkmalschutz gestellt worden war, konnte die vielen Gratulanten aus allen Bereichen des Gemeindegebietes kaum fassen, das sich zwischen Gath, Illerstraße und den Donks und von Fichtenhain bis zum Mühlenfeld erstreckt. Die 5500 Gemeindemitglieder machen 20 Prozent der dort ansässigen Bevölkerung aus.

Für Kinder führte die Freiwillige Feuerwehr ein Einsatzfahrzeug vor. Foto: Wolfgang Topel

Pfarrer Marc-Albrecht Harms hielt den Gottesdienst zusammen mit Pfarrer Gerd Maeggi ab. Ausgerüstet mit einem modernen Headset forschte er nach Kirchenbesuchern, die mit der Markuskirche gleich alt wären, und wurde enttäuscht. Nur wenige meldeten sich. Dafür überwog die Jugend, die — digital versiert — lachte, als Harms bei der Ankündigung, auf dem Jubiläumsfest würde selbstverständlich fotografiert, auf die neue EU-Datenschutzverordnung hinwies und den Rat gab: „Wer das nicht mag, kann sich ja eine Kapuze über den Kopf ziehen.“

Auf der Wiese zwischen Kita und der evangelischen Markuskirche lockten bei strahlend schönem Sonnenschein vielfältige Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Foto: Wolfgang Topel

Familiengottesdienste sind seit jeher Mitmachgottesdienste. In der Markusgemeinde gewann man den Eindruck, als sei dies für die jungen Leute vom Kleinkind bis zum Jugendlichen selbstverständlich, den Glauben ohne Scheu in Rede, Spiel, Gebet und Lied zu bekennen. Dazu passten die Beiträge des Markus-Ensembles und die Gesangsbeiträge vom Kita-Lied bis zum Gospel, leicht, jung, bewegungsorientiert, nicht schwer. Ähnlich lief auch die Aktion „Kleine, bunte und steinige Schätze“ ab, bei der alle Kirchenbesucher Körben bunte Steine entnehmen sollten, die dann vor dem Altar zu einem großen bunten Haufen aufgeschichtet wurden, der ein Symbol für die Vielschichtigkeit der Charaktere und Denkweisen darstellen sollte, die zusammen die Einheit einer Gemeinde bilden. Pfarrer Maeggi fasste dies lobend zusammen: „So bunt und chaotisch ist unsere Gemeinde.“

Auch das Glaubensbekenntnis wurde in einer sprachlich entschlackten und heutiger Rezeption entsprechenden Fassung gebetet. Als Tenor des Gottesdienstes hatten die Pfarrer Matthäus 6, 19 – 34 gewählt mit der Überschrift „Vom Schätzesammeln und Sorgen“. An der gemeinsamen Textrezeption beteiligten sich auffallend viele Jugendliche mit selbstbewussten in freier Rede gehaltenen Beiträgen. Für Pfarrer Burkhard Kamphausen nichts Außergewöhnliches: „Seit jeher haben wir in der Markusgemeinde eine gesunde Durchmischung von Alt und Jung. Wir bekennen uns frisch und offen zu unserem Glauben. Die EKD ist mit rund 700.000 deutschlandweiten Bediensteten ein gewichtiger gesellschaftlicher Player.“ Kamphausen sieht das veränderte Umfeld, in dem Kirche heute den Glauben vertritt: „Gemeindearbeit heute verlangt mehr personelle Ressourcen. Die müssen wir schaffen.“

Das Geburtstagsfest der Gemeinde hatte mit einer ab 12 Uhr aufspielenden Cover-Band, einem klassischen Konzert für drei Klaviere im Kirchenraum und einem Mitsingen für jedermann ab 14 Uhr einen musikalischen Schwerpunkt. Für Kinder führte die Freiwillige Feuerwehr ein Einsatzfahrzeug vor und für Jugendliche gab es einen „Escape Room“ und Balancieren auf einer Slack Line.