Krefeld: Die Marktstraße soll schöner werden

Krefeld : Die Marktstraße soll schöner werden

Die Zeit des Flickenteppichs hat ein Ende: Vier Jahre nach dem Auftakt wird auch das letzte Stück der Fußgängerzonen innerhalb der vier Wälle grundlegend erneuert. Es bekommt neues Pflaster, neue Bänke, Leuchten und Bäume.

Eine bunte und unebene Mischung aus Asphalt, Platten und Pflastersteinen dominiert im Moment die Marktstraße zwischen Wiedenhof- und Breite Straße. Ein attraktives Stück Innenstadt sieht anders aus. Das wissen auch Politiker und Mitarbeiter der Verwaltung. Ohne große Diskussion stimmten die Vertreter der Ratsfraktionen im Bauausschuss einer Komplettsanierung zu. Die knapp 100 Meter Straße sind der "letzte Bereich der Fußgängerzone nördlich des Südwalls", der noch nicht umgestaltet ist. Die Arbeiten sind Teil des Projekts "Sich um den öffentlichen Raum kümmern — Straßen und Plätze der Krefelder Innenstadt", das im April 2009 auf den Weg gebracht wurde.

Nach der Erneuerung des Kanals und einer weiteren Leitung durch die Stadtwerke beginnt der barrierefreie Ausbau der Marktstraße von Hauswand zu Hauswand. Damit will die Stadt sowohl das Erscheinungsbild als auch die Aufenthaltsqualität für die Fußgänger und Kunden verbessern. Zum Paket zählen unter anderem neue Bänke als Gelegenheit zur Ruhe, die Montage von Spielgeräten für Kinder und eines Mobilitätstrainers für Erwachsene. Abfallbehälter aus Edelstahl, neue Straßenlaternen und drei niederkronige Straßenbäume sollen das Ambiente merklich aufwerten.

Auch die Straßenoberfläche soll eine neue Anmutung erhalten — behindertenfreundlich und mit einer Blindenleitspur. 130 000 Euro sind als Ausgaben kalkuliert, 21 000 Euro entfallen auf das Grün und die Möblierung, 36 000 Euro auf den Ersatz für die 35 Jahre alten Leuchten, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Der Rest wird in die neue sieben bis elf Meter breite Straßenoberfläche gesteckt. In der Mitte gibt es ein anthrazitfarbenes Pflaster aus Betonstein, das als gut drei Meter breiter Fahrstreifen für die Lieferanten und Einsatzfahrzeuge dienen soll. Links und rechts der Pflasterung werden silbergraue Platten verlegt.

Barrierefreiheit steht bei dem Vorhaben ganz oben auf der Liste: Sogar die über Stufen zu erreichenden Häuser und Läden sollen ebenerdig angebunden werden. Der niveaugleiche Anschluss sei mit wenig Aufwand durchaus möglich, weil die Treppenabsätze nur geringe Höhen aufweisen, heißt es in einer Beratungsvorlage für den Bauausschuss.

Die Kosten für die Verbesserung und Verschönerung der Innenstadt werden auf die Anlieger zu Teilen umgelegt. Dabei haben die Eigentümer der Immobilien insoweit Glück, dass sich sowohl die Stadt als auch die Stadtwerke beteiligen müssen. Die Marktstraße ist an einigen Stellen breiter als die abrechnungsfähigen neun Meter. Diesen und auch anderen Mehraufwand (was über das erforderliche Maß für die Erschließung hinausgeht) zahlt die Kommune alleine, kann aber ihrerseits wiederum auf Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau West zurückgreifen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE