Die Krefelderin Katarzyna Wawrzyniak ist Altenpflegerin im St. Josefshospital.

Unverzichtbar: Altenpflege im Krankenhaus : Altenpflege – „Patienten geben mit einem Lächeln alles zurück“

Katarzyna Wawrzyniak ist Pflegerin im St. Josefshospital. Auch an Feiertagen hilft die junge Frau ihren zumeist alten Patienten und sagt, es sei ihr Traumberuf.

Katarzyna Wawrzyniak lässt sich von ihren Patienten ‚Schwester Katarina’ rufen. „Wenn sie versuchen würden, meinen Namen richtig auszusprechen, würden sie sich nur die Zunge brechen“, sagt die hübsche, 22 Jahre alte, gebürtige Polin lachend. Mit sechs Jahren kam sie aus Leszno, zwischen Posen und Breslau gelegen, nach Krefeld. „Am Anfang war es schwer, aber als ich die Sprache konnte, ging alles sehr gut“, sagt die junge Frau. Nach ihrem Abschluss auf der Ter-Meer-Schule machte sie eine Ausbildung als Altenpflegerin und bewarb sich danach am St. Josefshospital in Uerdingen.

Hier ist sie seit April angestellt und versorgt auf der Geriatrie die Patienten als examinierte Pflegekraft. Schichtdienst, oft harte körperliche Arbeit und ein Gehalt, das nicht eben mit dem von Ärzten vergleichbar ist, schrecken viele Menschen ab. Nicht so ‚Katha’, wie sie von ihren Kolleginnen gerufen wird. „Für mich ist das mein Traumberuf. Ich wollte schon immer direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Und es ist toll, wie die Patienten mir mit einem einzigen Lächeln alles zurückzahlen“, sagt sie. Dafür nimmt sie auch Einschnitte im Privatleben in Kauf. „Wenn ich nach zehn Tagen Schichtdienst frei habe, gehe ich nicht feiern, sondern meist auf das Sofa“, sagt sie.

Und auch Weihnachten war sie im Dienst. „In der Nacht auf Heiligabend hatte ich Nachtdienst. So konnte ich zumindest am Abend mit meiner Familie feiern. Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte ich Spät-, am zweiten Frühdienst“, erzählt sie. Das störe sie allerdings nicht. „Das ist eben ein Teil des Berufs. Dafür habe ich mich entschieden“, sagt sie.  Nur eins bedauert sie: „Wir haben hier viele Patienten. Nicht nur geriatrische Fälle. Aus Platzgründen liegen auch Patienten aus der Orthopädie und anderen Abteilungen hier. Damit bleibt kaum Zeit, mit den Patienten auch zu reden und persönlich für sie da zu sein. Das ist schade“, sagt die junge Pflegerin.

Das passiere dann oft nach dem Dienst. „Es kommt schon vor, dass ich mit der Tasche auf dem Rücken noch einmal zu Patienten ins Zimmer gehe und mit ihnen spreche. Die Menschen freuen sich dann sehr, und das ist schön“, sagt sie. Alle ihre Patienten siezt die Schwester. „Sie sind ja alle älter als ich, und ich habe gelernt, dass man da Respekt hat. Sie haben viel erreicht, ein Leben gelebt. Ich würde sie niemals duzen.“ Wenn Patienten sie duzen, stört sie das nicht. „Nur bei manchen Jüngeren. Die behandeln mich dann als Dienstmädchen. Das gefällt mir gar nicht, und dann bestehe ich auf ‚Sie’.“

Da sie Weihnachten arbeitete, hat sie Silvester frei und feiert den Start ins neue Jahr mit der Familie. Denn auch für die ist sie am Ende unverzichtbar.

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