Die Herz-Jesu Gemeinde Königshof unterstützt seit 30 Jahren die Gemeinde Uirauna in Brasilien.

Aus den Gemeinden : 30 Jahre Einsatz für Brasilien

Bereits seit 30 Jahren unterstützt die Herz-Jesu Gemeinde Königshof durch Spenden ein Krankenhaus in Brasilien. Am Sonntag wurde mit einem Gottesdienst und nachfolgenden Fest am Gemeindezentrum das Jubiläum gefeiert.

Als im Jahr 1989 die Herz-Jesu Gemeinde in Königshof ihre Unterstützung für ihre Partnergemeinde in Uirauna in Brasilien begann, da hätte wohl niemand damit gerechnet, dass sich dies über 30 Jahre hinziehen würde. Doch mittlerweile wurde die Hilfe zu einer festen Institution. Diese Hilfe, mit der vor allem das örtliche Krankenhaus bedacht wird und mit der dringend notwendige Ausbauten und Medikamentenanschaffungen finanziert werden, wurde nun mit einer großen Feier in der Gemeinde begangen.

Beim morgendlichen Gottesdienst predigte zunächst Christine Philipsen. Sie ist Gruppensprecherin des Arbeitskreises und Gründungsmitglied der Initiative. Es folgte ein Fest vor dem Gemeindehaus, bei dem unter anderem der Eine-Welt-Laden gemeinsames Curryrösten anbot. Auch einen Kaffeeparcours und eine Schokoladenverkostung wurde den Besuchern geboten. Natürlich waren alle verwendeten Produkte fair gehandelt. Auch andere Länder in der zweiten und dritten Welt wurden bedacht. So bot eine aus Westafrika stammende Helferin selbstgemachtes Fufu, einen Brei aus Maniok und Kochbananen und ein absolutes Grundnahungsmittel in Ghana und Nigeria, an.

Im Zentrum aber steht seit je her die Hilfe für das Krankenhaus und Altenheim in Brasilien. Rund 5.000 Euro brachte die Initiative allein im vergangenen Jahr auf. Dafür wurden für 3.000 Euro Medikamente gekauft, der Rest floss in eine Krankenhauserweiterung. „Vor Ort verwaltet Pater Domingos Cleides Claudino die Verwendung der Mittel und schickt uns Belege und Quittungen“, erzählt Philipsen. Die Zusammenarbeit sei aber nicht immer einfach, denn es besteht eine Sprachbarriere: Die Verantwortlichen in Königshof sprechen kein Portugiesisch, der Pater nur wenige Worte Deutsch und kein Englisch. „Ein aus Brasilien stammendes Ehepaar in der Gemeinde übersetzt für uns, und ich versuche jetzt auch, etwas Portugiesisch zu lernen. Aber mit über 70 ist das nicht leicht“, sagt die Sprecherin der Initiative entschuldigend.

Und doch ist die Hilfe trotz aller Probleme eine Erfolgsgeschichte. Anfangs war geplant, gemeinsam mit der „action medeor“ aus Tönisvorst direkt Medikamente zu verschicken. Diese blieben aber im Zoll stecken. Also sattelten die Verantwortlichen um, sandten Geld und ließen die Medikamente vor Ort kaufen. Auch hier ergaben sich immer wieder Probleme. „Manchmal bekamen wir die Rückmeldung, das Geld könne nicht abgerufen werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, hatte die Filiale der Bank in dieser kleinen Stadt keine ausreichenden Bargeldbestände für die Auszahlung“, sagt Philipsen durchaus erstaunt.

Doch trotz aller Widrigkeiten: Die Helfer sind auch nach 30 Jahren mit Feuereifer bei der Sache. Und tatsächlich hat sich mit der Hilfe aus der Alten Welt die medizinische Versorgung in der kleinen, nur rund 15.000 Einwohner beherbergenden Gemeinde im Nordosten Brasiliens in der Provinz Paraiba, stetig verbessert. Sogar MRT-Untersuchungen sind heute in einigen Fällen möglich.

„Die Beträge, die wir hin schicken, hören sich für deutsche Ohren nicht groß an. Aber in einer Region, in der, wie mir erzählt wurde, der Monatslohn zwischen 100 und 150 Euro liegt, sind 5.000 Euro sehr viel Geld“, sagt Philipsen. Sie selbst hatte einst die Idee zu der Aktion und steckt noch heute, fast ein halbes Leben später, ihr ganzes Herzblut in die Hilfe.

Auch in der Kirche des Ortes wird die Zusammenarbeit mit der Krefelder Gemeinde begangen. Foto: Philipsen
Christine Philipsen sprach am Sonntag bei der Jubiläumsfeier selbst beim Gottesdienst. Foto: Philipsen

Auch wenn die Unterstützung durch die aktuelle politische Lage im Land unter dem neuen Präsidenten Jair Bolsonaro nicht eben einfacher zu werden verspricht: Die Menschen rund um die Königshofer Gemeinde werden auch in den kommenden Jahren dafür arbeiten, dass es den Bürgern der kleinen Gemeinde in Südamerika ein Stückchen besser geht und darüber hinaus den fairen Handel mit der ganzen Welt unterstützen, um diese insgesamt ein kleines Stückchen besser zu machen.

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