Krefeld: Die etwas andere Cover-Band

Krefeld: Die etwas andere Cover-Band

Sechs Krefelder Musiker haben die junge Cover-Band "Fachabteilung" gegründet. Siewollen frische, moderne Musik machen und auchein bisschen dafür sorgen, dass "die Szene nicht kaputt geht".

Sie sind keine Unbekannten in der Krefelder Musikszene - und doch haben Sie etwas ganz Neues auf die Beine gestellt. Sechs junge Musiker gründeten vor einem Jahr die Cover-Band "Fachabteilung", die jetzt ihr erstes großes Konzert in der Kulturrampe gespielt hat. "Es war rappelvoll, die Leute haben mitgetanzt und wir alle hatten einfach wahnsinnig Spaß", sagt Gründer Roman Dönicke und Keyboarder Carsten Hackler ergänzt: "Wenn die Leute lächeln und tanzen - das hat schon etwas Magisches." Nicht ganz so bezaubernd finden die, seit Jahren in Krefeld aktiven. Musiker die Entwicklung in der Szene. "Neben den ganzen tollen Facetten gibt es leider manche Bands, die mit ihren Preisen die Szene kaputtmachen", sagt Dönicke. Dem entgegenwirken will die neue Band mit Qualität "vom Fach" und einem für Cover-Bands ungewöhnlichen Sound.

Es sind die Klassiker, die auf allen, Partys, Geburtstagen, Abibällen und Hochzeiten laufen: "Angels" von Robbie Williams, "Wonderwall" von Oasis, "Atemlos" von Helene Fischer. Doch man sollte nicht alles, was irgendwann mal als gut befunden wurde, beibehalten, sondern neue Wege gehen - finden zumindest die Musiker der Fachabteilung. "Wir sind keine Schlagerband und stehen auch weniger für die ganzen Rockklassiker. Wir wollen moderne Songs spielen, die die Leute auch aktuell aus dem Radio kennen", erklärt Dönicke. Damit meint der 28-Jährige etwa Songs von Brit-Pop-Star Ed Sheeran, Ami-Schmusesänger Bruno Mars oder auch der deutschen Reggea- und Dancehall-Combo Seeed. "Wir wollen einfach frischen Wind auf jede Party bringen", sagt Dönicke.

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Natürlich kann man sich bei der Fachabteilung auch seine älteren Lieblingssongs wünschen, die die Musiker vor einem Auftritt dann extra einstudieren. "Das geht allerdings nur bis zu einem gewissen Grad, denn der Aufwand ist schon enorm", sagt Bassist Max Kalda. Bis zu ihrem ersten Promo-Benefiz-Auftritt in der Kulturrampe haben die Musiker ein Jahr lang zusammen geübt, um sich ein Repertoire von rund 40 Songs drauf zu schaffen. Dabei haben sie die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen die Arbeit, die hinter einer Cover-Band steckt, unterschätzen. Die Interessenten würden nicht erkennen, dass sie nicht nur für drei bis vier Stunden Auftritt bezahlen, sondern auch für das jahrelange Proben, die Vorbereitung und weitere Ausgaben wie Instrumente und Technik. "Deshalb verkaufen sich viele unserer Mit-Musiker derzeit leider unter Wert. Wer aber gute Musik macht - und sei es nur als Hobby - muss doch mindestens seine Kosten decken können", sagt Kalda. Die Fachabteilung plädiert deshalb dafür, dass die rund zehn professionellen Cover-Bands in Krefeld ein Stück weit zusammenrücken sollen und "die Qualität vor den Preis stellen".

So einig, wie sich die Jungs und Sängerin Jenny Ziob bei diesem Thema sind, so weit auseinandergeht es bei der Frage nach dem eigenen Musik-Geschmack. Während es bei den einen eher Richtung Jazz, Afro und Latin geht, stehen bei anderen Rock, Metal oder Pop auf dem Programm. "Wir passen trotzdem sehr gut zusammen und ergänzen uns super", findet Roman Dönicke. Denn eine gute Mischung mache eine gute Cover-Band eben aus. Er hatte bei der Idee zur Gründung im Jahr 2016 sofort einige Namen im Kopf - die meisten davon haben es heute auch tatsächlich in die Band geschafft. "Wir haben alle wichtigen Parts besetzen können und jeder Einzelne ist in seinem Bereich 'vom Fach'", sagt Dönicke mit einem Augenzwinkern. Ob die Kombination letztlich funktioniert, müssen jetzt andere beurteilen. Es gibt aber wohl schlechtere Karriere-Starts als eine komplett gefüllte Kulturrampe beim ersten Konzert.

(kron)