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Krefeld: Die Buddhisten der Seidenstadt

Krefeld : Die Buddhisten der Seidenstadt

Im Schlafzimmer einer katholischen Theologin begann vor 15 Jahren die Geschichte des Buddhistischen Zentrums Krefeld. Mittlerweile zählt der Verein 80 Mitglieder. Am Wochenende gab's einen Tag der Offenen Tür. Die RP war dabei.

"In meinem Schlafzimmer fing alles an", erinnert sich Petra Medrow, Mitbegründerin des Buddhistischen Zentrums Krefeld. Vor 15 Jahren fand bei ihr das erste Treffen der statt. Petra Medrow studierte ursprünglich katholische Theologie. Erst durch Freunde ist sie zum Buddhismus gekommen. "Ich wollte irgendwo den Haken an der Sache finden, doch den gab's nicht — und von da an war ich für die katholische Theologie ungeeignet", erzählt Medrow. Aus der anfänglich kleinen Gruppe ist mittlerweile ein Verein mit 80 Mitgliedern geworden. "Unser jüngstes Mitglied ist gerade mal 20, und der Älteste ist über 60", berichtet Jens Pustelnik, Mitglied des Vereins.

Am Wochenende öffnete das Buddhistische Zentrum seine Pforten und lud zum Tag der offenen Tür — allerdings nicht mehr im Schlafzimmer von Petra Medrow. "Das wurde irgendwann zu klein für uns alle. So zogen wir in meine Garage um, aber der Platz reichte immer noch nicht aus", erzählt Medrow. "So mussten wir dann die Garage und mein Arbeitszimmer zusammenlegen. Aber da das Interesse stieg, entschieden wir uns, das Zentrum an der Schwertstraße zu eröffnen." Seitdem dient eine Altbauwohnung als Treffpunkt.

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Alle blicken zu Buddha

"Besonders wichtig ist uns das Meditationszimmer", sagt Pustelnik. Im gesamten Raum liegt roter Teppich. Die Besucher nehmen auf bunten Matten und Kissen Platz. Schuhe ausziehen ist Pflicht. Natürlich darf dort auch Buddha nicht fehlen. Er sitzt auf einem Regal, dem alle zugewandt sind. Neben dem Meditationszimmer gibt es noch zahlreiche andere Räume. Alle sind wie in einer Wohnung eingerichtet. Im Esszimmer steht eine lange Tafel mit Stühlen, durch das Arbeitszimmer erstreckt sich ein großer Schreibtisch, nur das vermeintliche Wohnzimmer ist etwas besonderes. Dort steht neben dem schwarzen Ledersofa ein Gong, dessen Ton sehr laut und lang ist.

Sogar der Garten gehört mit zum Zentrum. Hierüber gelangt man zu zwei kleinen Zimmern, in die man sich zurückziehen kann. "Wir nennen das Retreat", erklärt Petra Medrow. "Mitglieder des Zentrums können dort für ein paar Tage wohnen." Normalerweise treffen sich die Mitglieder wöchentlich zur Information, Meditation und zu einem geselligen Abend.

(RP)