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Die Bezirksvertretung diskutierte über Probleme rund um die Firma Altmann an der Oberbenrader Straße

Westbezirk : Ruf nach Gelbwesten

Der Unmut über Probleme rund um die Firma Altmann an der Oberbenrader Straße und die Verwaltung ist groß. In der Bezirksvertretung wurde jetzt sogar danach gerufen, nach dem Vorbild Frankreichs gelbe Westen zu verteilen.

Wie eine „große, dicke, heiße Kartoffel“ behandele die Verwaltung nach Meinung des Bezirksverordneten und Ratsherrn Günther Porst (FDP) das in die Kritik geratene Geschehen rund um das Gelände des Autologistikers Altmann in Benrad (wir berichteten ausführlich). Das Thema werde von einem Fachbereich in den nächsten weitergereicht, ohne dass sich wirklich jemand kümmere. Porst und andere Bezirksvertreter glauben, dass das Unternehmen widerrechtlich auf 10.000 Quadratmetern Gehölze entfernt, ein angrenzendes Areal, ehemals Postgelände, ohne Genehmigung als Auto-Abstellplatz vereinnahmt habe und das Gelände, das direkt am Landschaftsschutzgebiet liegt, insgesamt viel zu hell beleuchtet sei, nämlich „wie ein Flughafen“.

Fest steht bereits, dass der 2,50 Meter hohe Zaun genehmigungspflichtig gewesen wäre. Das hat die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt. Welche Konsequenzen daraus folgen und ob die Stadt verlangen wird, dass die Firma den Zaun wieder abbaut, ist derzeit offen. „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren“, ließ ein Stadtsprecher verlauten.

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In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung West schlug Porst vor, Bürger und Politiker sollten sich gelbe Westen kaufen, um mit Nachdruck auf die Problematik aufmerksam zu machen. „Jeder Bürger muss sich an Recht und Gesetz halten, und die Firma Altmann macht, was sie will“, sagte Heinz-Albert Schmitz (CDU). Die Verwaltung sei desinteressiert, das Problem auch nur ansatzweise zu lösen, und müsse endlich handeln, die Bürger erwarteten Antworten, so Schmitz – und bekam Szenenapplaus von den sehr zahlreich erschienenen Anwohnern des Areals, die im Anschluss in der Einwohnerfragestunde ihrem Ärger Luft machten – und von einem weiteren Problem berichteten, dem Lkw-Verkehr für die Zu- und Ablieferung der Pkw.

 Ärgernis 2: Das Gelände der Firma sei „ausgeleuchtet wie ein Flughafen“.
Ärgernis 2: Das Gelände der Firma sei „ausgeleuchtet wie ein Flughafen“. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Weil auf dem Gelände nicht genügend Stellplätze für die großen Autotransporter vorgehalten würden, warteten diese auf der Oberbenrader Straße im öffentlichen Verkehrsraum, es käme teils zu haarsträubenden Szenen, sagte ein Anwohner.

Die Verwaltung teilte unserer Redaktion hierzu auf Anfrage mit, man habe sich die Situation vor Ort angesehen, und winkt ab: „Wir sehen hier angesichts einer ausreichenden Fahrbahnbreite und der Beschilderung keinen Handlungsbedarf“, heißt es in einer Stellungnahme. Hans-Josef Ruhland (CDU) meinte: „Die Verwaltung macht sich lächerlich.“

Heinz-Albert Schmitz und Axel Heimendahl (Grüne) schlugen vor, die Stadt solle die Tatsache, dass der hunderte Meter lange Zaun ohne die erforderliche Genehmigung gebaut worden ist, dazu nutzen, den Autologistiker zur Neupflanzung einer Hecke zu verpflichten. Die Bezirkspolitiker wollen nun einen Ortstermin mit Vertretern der Verwaltung organisieren, auch um endlich Antworten zu bekommen. Denn zur Bezirksvertretungssitzung war zu dem Tagesordnungspunkt zum wiederholten Male kein Vertreter der Ämter erschienen. Das Unternehmen ARS Altmann mit Hauptsitz in Bayern hat auf eine Anfrage unserer Redaktion nicht reagiert.