Diamantene Hochzeit in Krefeld: Die Liebe erblühte beim ersten Tanz

60 Jahre verheiratet : Diamantene Hochzeit: Die Liebe erblühte beim ersten Tanz

„Es ist Unsinn, sagt die Vernunft. Es ist, was es ist, sagt die Liebe.“ So  dichtete Dieter Erich Fried. In der heutigen Zeit, in der alles schnelllebiger und offenbar lockerer geworden ist, scheint es für viele unvorstellbar, mehr als ein halbes Jahrhundert verliebt gemeinsam zu verbringen.

Genau 60 Jahre verheiratet sind Heike und Hans Heyer, die heute ihre Diamantene Hochzeit feiern.

Dabei hat das Paar es einem eigentlich unschönen Ereignis zu verdanken, dass sie sich überhaupt kennen lernen durften. „Eine Freundin von mir hatte damals einen Motorradunfall, wofür sie ordentlich Schmerzensgeld bekommen hat. Das haben wir dann als Anlass genutzt, eine kleine Feier zu machen“, erzählt Heike Heyer lachend. Am Abend des 22. Juli 1957 war es dann so weit, der damals noch 19 Jahre junge Maschinen-Schlosser forderte seine heutige Frau zum Tanz auf, an den sich beide heute noch all zu gut erinnern. Eigentlich musste die noch junge Auszubildende bis 22 Uhr spätestens im evangelischen Mädchenhaus eingekehrt sein, und doch entschied sie sich dafür – jeglichen Konsequenzen zum Trotz – die ganze Nacht mit ihrem jetzigen Mann durchzutanzen.

Zwei Jahre nach dem Kennenlernen heiratete das junge Paar. Heike Heyer war damals schwanger, so dass eine Ehe unausweichlich schien. „Früher gab es ja noch keine Pille, da wurde man halt schwanger“, sagte Heyer schmunzelnd. Heute hat das Ehepaar fünf Kinder, elf Enkelkinder und drei Urenkel. Bei fünf Kindern war deshalb auch das Thema Freizeit immer nur gemeinsam zu gestalten. Das Hobby hieß und heißt noch heute Familie, berichtet das Paar.

60 Jahre später: Heike und Hans Heyer feiern heute ihre Diamantene Hochzeit. Foto: Taibe Akdeniz

Das Geheimnis ihrer langen Ehe liegt für Hans Heyer auf der Hand: Der Wille zusammen zu bleiben. „Wir wollten uns in den gesamten 60 Jahren nie voneinander trennen. Es nützt niemandem etwas, wenn man die beleidigte Leberwurst spielt, wir haben immer miteinander geredet“, erzählt er. Dann könne man auch die kleinen und großen Streitthemen gemeinsam überwinden. Dazu ergänzt die Rentnerin, sie sei damals öfter mal um den Block gelaufen, um den Kopf freizubekommen. Anschließend sahen beide die Welt wieder positiv. Eine fröhliche Haltung gegenüber dem Leben und den Hürden, denen sich im Laufe der Jahre jeder stellen muss, sei  ebenfalls ein Glücksrezept. „Wir waren immer optimistisch,  egal was war. Vielleicht auch, weil wir jung waren. Rückblickend hat uns unser Mut und auch etwas Glück zusammengeschweißt“, erinnert sie sich. Die Eheleute wohnen nun seit mehr als 40 Jahre in Krefeld. Eines ist für beide  klar: Es werde weiterhin gemeinsam getanzt.

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