Krefeld: DGB wirbt beim Maifest für Gerechtigkeit

Krefeld : DGB wirbt beim Maifest für Gerechtigkeit

Die Maikundgebung des DGB zog einmal mehr viele Menschen in den Stadtgarten. Gerechtigkeit war das zentrale Thema auf der Bühne. Doch auch Frieden und Rüstung wurden in Reden angesprochen.

Als die Gewerkschafter des DGB sich am ersten Mai wie in jedem Jahr am Haus des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit vielen Mitstreitern trafen, da sah es noch nach einem verhangenen, kalten und möglicherweise regnerischen Tag aus. "Ich hatte wirklich Angst, dass uns Regen einen dicken Strich durch die Rechnung macht", sagte der neue Krefelder DGB-Vorsitzende Philipp Einfalt. Doch das Wetter besserte sich zusehends, stetig wurden die Wolken weniger, und auch die Temperatur stieg. Als der Demonstrationszug mit etwa 800 Teilnehmern wie in jedem Jahr im Stadtgarten ankam, da kam sogar schon streckenweise die Sonne durch Löcher in der Wolkendecke.

Nicht nur die Redner durften hoffen, dass dieses Bild Symbolkraft für die Themen besitzt, die sie ansprachen. Denn Gerechtigkeit stand im Mittelpunkt der Wortbeiträge. Ein zentraler Punkt war dabei auch die Lohn-, aber auch insgesamt die Jobgerechtigkeit zwischen Mann und Frau. Einfalt selbst trat zum ersten Mal bei einer Maiveranstaltung als Redner auf. "Ich muss sagen, dass ich nervös war. Ich bin gewohnt, vor vielen Leuten zu sprechen. In Betrieben habe ich auch schon einmal mehrere hundert Zuhörer. Aber hier vor schätzungsweise 3000 Menschen zu reden, das ist schon etwas anderes", sagte er.

Diese Zahl ergab sich aus den Teilnehmern des Demonstrationszuges, aber auch den Besuchern der Veranstaltung im Stadtgarten, die wie üblich auch ein Maifest mit Livemusik und vielen Grill- und Getränkeständen einschloss. An rund 30 Ständen sorgten gut 300 Freiwillige und 40 DGB-Mitarbeiter für Information, aber auch die notwendige Versorgung mit Speis und Trank. Dabei gab es auch Exotisches. Beispielsweise bot der Eritreische Verein landestypische Speisen an. Auch Griechisches, Türkisches oder Portugiesisches Essen gab es.

Auch Parteien und Verbände präsentierten sich dem Publikum. Von Greenpeace und attac bis hin zum gesamten Spektrum linker Parteien - von Grünen bis MLPD - hatten die Organisationen und Parteien Stände aufgebaut. Neben der Gerechtigkeit stand auch der Frieden bei Vielen im Zentrum. Rüstungsexporte wurden, wie schon in den Wortbeiträgen einiger Gewerkschafter, immer wieder kritisiert, und gleich mehrere Unterschriftenlisten gegen Aufrüstung oder Atomwaffen waren im Umlauf. Für den durchgehend friedlichen Charakter der Veranstalter zeichnete auch die Polizei mitverantwortlich. "Ich möchte die Polizei ausdrücklich loben. Sie haben uns super unterstützt, waren unbürokratisch und offen. Ganz großes Kompliment von meiner Seite", sagte Einfalt zum Auftreten der Ordnungshüter.

Er selbst blickte positiv auf seine erste Zeit als Vorsitzender der Gewerkschaft in Krefeld zurück. "Natürlich ist es eine ganz andere Arbeit als früher. Dazu zählt auch, dass ich hier vor so vielen Leuten rede. Aber es macht mir großen Spaß. Ich bin seit vielen Jahren Gewerkschafter aber diesmal war es schon anders", sagte er. Auch Oberbürgermeister Frank Meyer war zugegen und richtete eine Grußbotschaft an die Besucher. Auch er warb für Gerechtigkeit, insbesondere zwischen Mann und Frau.

Nach dem Ende des offiziellen Teils, der noch während der Veranstaltung umgebaut werden musste, weil ein Beitrag äußerst kurzfristig abgesagt worden war, was Einfalt sichtlich verärgerte, sorgte Livemusik für ein beschwingtes Ausklingen des Tages. Nun schien die Sonne sogar vom strahlend blauen Himmel. Sollte auch dies ein Sinnbild dafür sein, wie sich die Gerechtigkeit in Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln wird und wie Frauen behandelt und bezahlt werden, die Veranstalter wären fraglos hocherfreut.

(RP)
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