Deutschlands jüngste HipHop-Truppe aus Krefeld ist Meister

Tanzen : Deutschlands jüngste HipHop-Truppe ist Meister

Mine Berdermann ist die bundesdeutsche Autorität, wenn es um HipHop, Breakdance und Electric Boogie geht. Jugendliche Tänzer aus der gesamten Republik fragen an, ob sie bei Titelkämpfen unter dem Namen „Mine Sports“ antreten dürfen. Bei den Deutschen Meisterschaften gingen nun acht Titel nach Krefeld – darunter zwei für die jüngsten Akteure Deutschlands.

Mine Berdermann ist Choreografin, Trainerin, Geschäftsfrau, Tänzerin, Wertungsrichterin, Veranstalterin und Inhaberin einer eigenen Tanzschule für HipHop, Breakdance und Electric Boogie. Sie hat über viele Jahre reichhaltige Erfahrungen gesammelt. Die Vitrinen und Regale stehen voll mit Pokalen und anderen Trophäen. Weltmeister, Europameister, Deutscher Meister, Westdeutscher Meister. Die Titel ihrer Schüler in Team- und Solo-Wettbewerben lassen sich kaum noch zählen.

Trotzdem erlebte Mine Berdermann nun in Duisburg bei den Deutschen Meisterschaften noch eine Premiere: Die erst zu Jahresbeginn zusammengestellte Mini-Kids-Gruppe aus Fünf- und Sechsjährigen setzte sich gleich gegen die Konkurrenz durch und qualifizierte sich für die kommenden Weltmeisterschaften im Oktober in Bremerhaven. Die Crew Trouble Bubble besteht aus drei Jungen und drei Mädchen. Zum von ihr selbst und Co-Trainer Glenn Reich trainierten Team gehören Viktoria Iskoudo, Ivan Schwartz, Ella Büchle, Noah Michel, Amalia Momm und Miron Smirnoff. Der sechsjährige Miron gewann zusätzlich auch den Titel in der Solo-Kategorie. Die jüngsten HipHopper Deutschlands verfügen noch über wenig Wettkampferfahrung. Nach dem Start bei einem Anfängerturnier in Düsseldorf ging es gleich zu den Westdeutschen Meisterschaften nach Arnsberg. Die Deutschen Meisterschaften, an denen 1230 Tänzer und Tänzerinnen teilgenommen haben, waren erst das dritte offizielle Kräftemessen für die Kleinsten bei Mine Sports an der Vereinsstraße.

In Duisburg war die Konkurrenz überschaubar: Die Krefelder traten gegen ein Team aus Potsdam an, und im Solo-Wettbewerb stritten fünf Tänzer um den obersten Platz auf dem Siegerpodest. „Die Titel sind ein toller Ansporn“, sagte Mine Berdermann, die ihr Angebot für Kinder derzeit ausbaut. Dabei spielt Co-Trainer Glenn Reich ein wichtige Rolle. „Die Jungen und Mädchen mögen ihn total“, sagte sie. Er habe eine sehr nette Art, zu motivieren und anzuleiten. Er verfüge über einen Blick für Talente und die nötige Geduld, wenn die Lernfortschritte nicht auf Anhieb zu sehen seien, sagte Mine Berdermann. Vor wenigen Wochen sei er mit einer großen Gruppe bei Wettbewerben eines anderen Verbandes gestartet. Mine Sports konzentrierte sich bislang auf die Konkurrenzen des offiziellen Verbandes TAF. „Wir wollen unser Spektrum erweitern“, sagte Mine Berdermann.

Der 20-jährige Krefelder Can Berdermann machte sein Triple komplett: Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2018 und der Europameisterschaft 2019 gewann er auch die HipHop-Titel bei den Deutschen Meisterschaften. Foto: Hans Kramhöller

Bei den Deutschen Meisterschaften holten ihrer Tänzer gleich acht Titel: Ganz vorne dabei war auch diesmal ihr Sohn Can Berdermann. Er gewann im Solo und im Solo Battle, bei dem er sein Können im Zweikampf mit einem Mitbewerber um den Sieg auf der Bühne maß. Außerdem trainierte Can das MSB-Team mit Großtalenten aus Düsseldorf, Bremerhaven, Freiburg und Dülmen. Noah Sangu-Panba, Leonie Brouwer-Polenz, Lias Christian und Curtis Brockmann gewannen für die Krefelder Farben und treten bei den Weltmeisterschaften an. Noah holte überdies noch drei weitere Titel. „Die sind auf Can zugekommen, 14 und 15 Jahre alt und im Namen meines Studios angetreten“, sagte sie.

Sohn Can selbst tanzte ferner im Team Germany (Erwachsene), zu dem Ritchie Adalberto, Sydney Amoo und Sidney Macauley gehören. „Die sind so ehrgeizig“, sagte Glenn Reich – und treffen in den Solowettbewerben in den Finalrunden der Besten immer wieder aufeinander. Vielleicht auch wieder bei den kommenden Weltmeisterschaften im Herbst.

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