Krefeld: Der Zoo informiert über die "Rückkehr des Wolfes"

Krefeld: Der Zoo informiert über die "Rückkehr des Wolfes"

Nördlich von Krefeld hat ein Wolf Ende Februar zwei Schafe gerissen. Behörden haben weitere Untersuchungen veranlasst.

Freilebende Wölfe kommen auch Krefeld immer näher. Nur wenige Kilometer nördlich der Seidenstadt - in Kerken - hat sich Ende Februar ein Wolf aufgehalten. Die DNA des Raubtieres sei an zwei gerissenen Schafen nachgewiesen worden, teilte jetzt das Landesumweltamt mit. Die toten Schafe waren schon am 22. Februar entdeckt worden, jedoch sei erst jetzt der Nachweis eingetroffen, dass ein Wolf zugebissen hatte. Damit gibt es bislang fünf Wolfsnachweise in diesem Jahr in NRW. Die Behörde hat eine weitere Untersuchung der Proben in Auftrag gegeben, um Angaben zur Herkunft des Tieres, zu Alter und Geschlecht zu bekommen. Zum Tag des Wolfes am heutigen Montag will der Naturschutzbund Deutschland über das Verhalten freilebender Wölfe informieren und so zu einer größeren Akzeptanz der Wildtiere beitragen. Bundesweit sind in der kommenden Woche Veranstaltungen mit Experten geplant. Das Nabu-Bildungsprojekt "Die Rückkehr des Wolfes nach NRW" ist ab morgen, 1. Mai, 11 Uhr, bis zum 31. Mai im Zoo Krefeld zu sehen.

Der Naturschutzbund NRW stellt über einen neu eingerichteten Stiftungsfonds Fördermittel für Schäden bereit, die durch freilebende Wölfe entstanden sind. Der Fonds "Rückkehr des Wolfes" unter dem Dach der Stiftung Naturerbe NRW solle unkomplizierte Hilfe anbieten, wenn Wölfe Nutztiere gerissen haben und die staatliche Entschädigung nicht ausreicht, teilte der Nabu-Landesverband mit. Auch könnten darüber Präventionsmaßnahmen finanziert werden, etwa die Anschaffung von Schutzzäunen und Schutzhunden.

Trotz Vorsorgemaßnahmen könne es auch künftig zu Verlusten bei Nutztieren durch die Wiederkehr freilebender Wölfe in NRW kommen, hieß es. Zwar stelle das Land Entschädigungen im Schadensfall bereit. Präventionsmaßnahmen würden aber erst nach Ausweisung eines Wolfsgebietes mit einem stationären Wolfsrudel oder einem territorialen Einzeltier finanziell unterstützt. Hier solle der neue Fonds Lücken füllen. Aus anderen europäischen Ländern wisse man, "dass ein Miteinander von Mensch, Wolf und Nutztier möglich ist", hieß es. Dass dies nach 150 Jahren auch wieder in NRW gelingt, sei vorrangiges Ziel des Naturschutzbundes. "Mit unserem neuen Stiftungsfonds wollen wir diesen Prozess unterstützen und begleiten", betonte Nabu-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck.

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Der Fonds ist den Angaben nach als "Matching-Fund" angelegt, das heißt, jeder gestiftete Euro wird von der Stiftung verdoppelt. "Damit der Fonds rasch wachsen und diesem Ziel gerecht werden kann, hofft der Nabu auf breite Unterstützung gerade auch aus den Reihen der potenziell Betroffenen", sagte die Vorsitzende der Nabu-Stiftung Naturerbe NRW, Anke Valentin.

Übrigens: Der Wolf, der sich nördlich von Krefeld aufgehalten hat, ist in NRW kein Einzelfall. Ende Februar lief ein Wolf durch eine Fotofalle auf der rechten Rheinseite im Norden von Duisburg. Ein weiteres Tier wurde im Hünxer Wald im Kreis Wesel von einer Spaziergängerin fotografiert. Auch südlich von Münster war im Januar ein Wolf gesichtet worden. In den ersten Monaten des Jahres gehen Jungwölfe auf Wanderschaft, um ein neues Revier zu suchen. Sesshaft geworden ist bislang in NRW noch keiner.

(RP)
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