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Der Surfpark – Großprojekt in Krefeld zwischen Begeisterung und Ablehnung

Diskussion des Jahres : Der Surfpark – Großprojekt zwischen Begeisterung und Ablehnung

Es ist ein Projekt, das wie kein anderes in Krefeld Trends der Zeit bündelt und heftig umkämpft wird von Gegnern und Befürwortern. Worum geht es?

(vo) Es ist ein Projekt, das wie kein anderes in Krefeld Trends der Zeit bündelt und heftig umkämpft wird von Gegnern und Befürwortern. Worum geht es?  Zwischen Müllverbrennungsanlage und dem künstlich angelegten Elfrather See soll für 25 Millionen Euro ein Surfpark entstehen – im Kern ein riesiges Becken mit künstlich erzeugten Wellen, in dem man wellenreiten kann. Obwohl Krefeld jede Investition brauchen kann und der Bereich im Schatten der Müllverbrennungsanlage nun wirklich  nicht besonders schön ist, spalten sich die Reaktionen in Zustimmung und Ablehnung. 

Die Ablehnung speist sich in starkem Maße aus Klimaschutzerwägungen, dann aus Ängsten vor einem Verkehrskollaps und schließlich aus einem vagen Misstrauen in Großprojekte, das in Deutschland weit verbreitet ist. Bewegung im eigenen Hinterhof ist hierzulande erst einmal verdächtig.

Zustimmung wurzelt in der Hoffnung auf Bewegung zum Guten: Hoffnung auf  Zulauf von Publikum, auf Folgeinvestitionen, überhaupt auf ein Ende des Stillstands. Oberbürgermeister Frank Meyer hat die Wendung geprägt, der Elfrather See sei eine „schlafende Schönheit“. Das ist  die poetische Version des Eingeständnisses, dass die Entwicklung des Elfrather Sees über Jahrzehnte liegengelassen wurde. In Wahrheit hat ja nicht der See, sondern die Politik geschlafen.

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Jetzt steht die Mehrheit für das Projekt Spitz auf Knopf. Nur die SPD hat sich eindeutig festgelegt; die Grünen ringen  mit sich, die CDU ist  unentschlossen, will erst Klarheit über viele Details und muss  für sich klären, ob man Ausputzer für die SPD sein möchte, wenn deren Ampel-Mehrheit im Rat fällt. Keine leichte Entscheidung.

Was nicht vergessen werden darf: In der Bürgerschaft, im Sport und in der Kultur, gibt es  ein breites Bündnis von Befürwortern. Wenn man von dem alten Unternehmensprinzip „die Stärken stärken“ ausgeht, ist es  sinnvoll, die starke Sportstadt Krefeld  zu stärken. Der  Elfrather See ist  wegen seiner Stadtrandlage wie kaum ein anderes Gelände geeignet dafür.

Mitte Januar fällt nun die Entscheidung in einer Sondersitzung des Rates.