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Der Krefelder Zoo hat eine Bildungsbox für Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit in Krefeld : Zoo bietet Bildung in der Box

In Gedenken an den großen Zooförderer Walther Gehlen hat das Zoo-Team die neue Bildungsbox neben dem Regenwaldhaus nach ihm benannt. Die Krefelder Zoofreunde spendeten 180.000 Euro aus der Gehlen-Schenkung.

Seit zwei Jahren ist der Krefelder Zoo ein sogenanntes BNE-Regionalzentrum. BNE steht dabei für Bildung für nachhaltige Entwicklung. 26 solcher Zentren gibt es landesweit. Sie werden vom Land NRW gefördert und nähern sich für die Umwelt relevanten Themen aus verschiedenen Sichtweisen. Das BNE-Team in Krefeld hat den Schwerpunkt „Zoo Krefeld – Umwelt entdecken“ und machte seine Angebote bislang hauptsächlich im Freien. Denn einen festen Ort für diesen wichtigen Bildungsauftrag gab es bislang nicht.

Mit der Walther-Gehlen-Bildungsbox hat sich das nun geändert. Am Freitag eröffnete Zoodirektor Wolfgang Dreßen im Beisein von Gästen aus Politik und Verwaltung den schicken Container, der sich in direkter Nachbarschaft zum Regenwaldhaus befindet. Er bedankte sich bei dem Vorsitzenden der Zoofreunde, Friedrich R. Berlemann, für den Denkanstoß, den Container mit der österreichischen Firma Wood_Space umzusetzen, die sich auf den Bau von Häusern aus heimischen und damit nachhaltig gewonnenen Hölzern spezialisiert hat. So besteht der Krefelder Container, zusammengesetzt aus drei Elementen, aus österreichischer Fichte, die, wie Dreßen betonte, sehr langlebig sein soll.

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Die Finanzierung der Bildungsbox machten die Zoofreunde möglich, die aus der Walther-Gehlen-Schenkung dafür 180.000 Euro spendeten. Die Inneneinrichtung, das unweltpädagogische Lernmaterial, der Internetanschluss, aber auch die Hardware konnten durch Fördermittel des Landes und EU-Fördermittel angeschafft werden. Landesmittel werden zudem eine Fotovoltaikanlage ermöglichen, die im Herbst auf das Dach des Containers kommen soll. Oberbürgermeister Frank Meyer bedankte sich deswegen bei den frisch wiedergewählten Landtagsabgeordneten Britta Oellers und Marc Blondin (beide CDU), die zur Eröffnung gekommen waren, für ihren Einsatz.

Zoofreunde-Chef Berlemann erinnerte in seiner Rede an den großen Förderer Walther Gehlen, ohne den, wie der frühere Zoodirektor Walter Encke es einst ausdrückte, „der Zoo noch ein besserer Meerschweinchen-Tiergarten“ wäre. Denn die Spenden des Unternehmers, der 1989 starb, ermöglichten den Bau der drei großen Tropenhäuser, von denen es zwei bis heute gibt. „Gehlen war ein großer Tierfreund. Den Tieren galt seine ganze Liebe. Dabei unterstütze ihn auch seine Frau Paula“, erzählte Berlemann. Und auch Dreßen bekräftigte: „Ohne sein bürgerschaftliches Engagement und seine große Bereitschaft zu finanzieller Unterstützung wäre der Zoo nicht das, was er heute ist.“

Mit der Bildungsbox hat nun das BNE-Team des Zoos unter Leitung von Biologin Gaby Borg ein neues Zuhause gefunden. Hier sollen den Besuchern die Zusammenhänge zwischen Konsumverhalten und Naturschutz deutlich gemacht werden. Immer stehen die Zootiere im Mittelpunkt, da sie in ihren Heimatländern die Auswirkungen des menschlichen Verhaltens direkt zu spüren bekommen, wie die Flachland-Gorillas, deren Lebensraum bedroht ist, weil dort Rohstoffe für die Handy-Produktion abgebaut werden. Wichtig ist dem BNE-Team aber auch, dass nicht nur Umweltprobleme besprochen, sondern auch Lösungsansätze erarbeitet werden.

Sechs Viertklässler der Grotenburgschule, die seit Jahren mit dem Zoo kooperiert, schauten sich genau in den neuen Räumlichkeiten um und staunten beispielsweise über die Solaranlage in Form einer Satellitenschüssel, in deren Mitte es so heiß wird, dass man in dem Topf, der darin steht, kochen kann. Oder auch über das Bild eines Mikroskops. Es ist auf einer großen Leinwand zu sehen, sodass gleich mehrere Betrachter alle Einzelheiten erkennen können.

Spannendes gibt es in dieser nach frischem Holz riechenden Bildungsbox zu entdecken. Und auch ihr System ist nachhaltig, denn sie kann bei Bedarf einfach erweitert oder aber auch umgesetzt werden.