Krefeld: Der Komponist des "Paten" krönt Sinfoniekonzert

Krefeld: Der Komponist des "Paten" krönt Sinfoniekonzert

Gastsolist Sebastian Knauer glänzte im weitgehend unbekannten Klavierkonzert C-Dur von Nino Rota.

Ein gutes Händchen bewies der WDR mit dem Entschluss, das sechste Sinfoniekonzert live zu übertragen. Die Niederrheinischen Sinfoniker unter GMD Mihkel Kütson präsentierten sich im Seidenweberhaus in hervorragender Verfassung, und mit Sebastian Knauer kam ein ausgezeichneter Pianist. Dazu war das Programm gleichermaßen ungewohnt wie reizvoll.

Es brachte vier Komponisten zu Gehör, die sich musikalisch sowohl dem 19. wie dem 20. Jahrhundert zuordnen lassen. Der älteste von ihnen, Giacomo Puccini, war zu Beginn mit einem Frühwerk zu hören. Sein Preludio sinfonico op. 1 ließ schon typische stilistische Merkmale des später so erfolgreichen Opernkomponisten erkennen, die weit gespannte Melodik ebenso wie den üppigen, sinnlichen Klang.

Der 1911 geborene Nino Rota lebte im 20. Jahrhundert und fand seinen Erfolg vor allem in Filmmusik, so zu berühmten Filmen wie "La strada", "La dolce vita" oder "Der Pate". Dabei hat er nicht nur für den Film, sondern auch - in stattlicher Anzahl - für die Opernbühne und den Konzertsaal komponiert. Musikalisch wurzelt er noch tief im 19. Jahrhundert. Das zeigte sich auch in seinem Klavierkonzert C-Dur. Aber es wäre ungerecht, seine Musik epigonal zu nennen; sie steckt voller individueller, origineller Einfälle. Wie auch in Pausengesprächen mehrfach zu hören war, fand die nur wenig bekannte Komposition beim Publikum viel Anklang.

Die Anforderungen an den Pianisten sind hoch, wenn auch nicht unbedingt für einen Sebastian Knauer. Für den begeisterten Beifall bedankte sich der souveräne Pianist mit einer langsamen, poetischen Zugabe von Leonard Bernstein.

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Beim Orchester beeindruckte die Präzision genauso wie die Klangentfaltung. Mit mehreren Solostellen durfte sich der Englischhornspieler auszeichnen. Dabei war er nicht der einzige, der als Solist überzeugte, auch Solo-Streicher und Bläser lösten ihre Aufgaben ohne Fehl und Tadel. In Martinus "Les Fresques de Piero della Francesca" entfalteten Kütson und die Sinfoniker eine reiche, differenzierte Klangpalette. Voluminöse Streicher und schwungvolle Bläser sorgten für eine mitreißende Wiedergabe der Italienischen Rhapsodie op. 11 von Alfredo Casella. Das Werk greift süditalienische Folklore auf. Melodien wie "Funiculi, Funicula" hört man sonst wohl kaum in einem Sinfoniekonzert. So abwechslungsreich instrumentiert wie hier hört man sie anderswo allerdings auch nicht.

Lebhafter, anerkennender Beifall.

Das Programm wird noch einmal gespielt am Freitag, 18. Mai, 20 Uhr, im Seidenweberhaus

(RP)