Krefeld: Demonstranten protestieren in Oppum gegen Tafel

Krefeld: Demonstranten protestieren in Oppum gegen Tafel

Überschaubares Interesse an der Protest-Kundgebung gegen das geplante digitale Werbeschild an der Kreuzung Untergath/Hauptstraße: Nur 80 statt der von der Polizei erwarteten 800 Teilnehmer fanden sich zu der von der Oppumer CDU organisierten Demo ein. Auch die Unterstützung durch Mitglieder der Bezirksvertretung, die in ihrer jüngsten Sitzung das Vorhaben Werbeschild noch einhellig abgelehnt hatten, war überschaubar.

Einzig die meisten Bezirksvertreter der CDU waren erschienen, weder Bezirksvorsteher Hansjürgen Tacken (SPD) noch Mitglieder der anderen Fraktionen nahmen teil. Dafür fand das Anliegen aber Unterstützung beim Fahrrad-Aktionskreis, der mit Sprecher Karl-Heinz Renner sowie einigen Mitgliedern, eigenen Flugblättern und sogar eigener Lautsprecheranlage erschienen war, um aber nicht nur gegen die Werbetafel, sondern generell gegen jegliche "unnötigen Hindernisse" zu protestieren.

Demo-Initiator Thilo Forkel (CDU) beschwor in seiner Ansprache das Geschlossenheitsgefühl der Oppumer und rief dazu auf, Unmut nicht nur in der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung kundzutun, sondern auch im Rathaus. "Wenn 14.000 Oppumer Stimmen sich im Rathaus melden, dürften wir doch gehört werden", so Forkel. Ohne Unterstützung der Bürger sehe er wenig Chance, die Informationstafel an diesem Ort zu verhindern. Forkel kritisierte auch Oberbürgermeister Frank Meyer. Dieser habe zwar mit der Genehmigung der Tafel rechtlich richtig gehandelt, aber "moralisch ist das eine glatte Sechs auf dem Zeugnis".

  • Kreuzung Untergath/Hauptstraße : Demo gegen Werbetafel in Oppum

Forkel bezeichnete die Kreuzung -auch ohne Werbetafel - als "gefährlichste, die wir in Oppum haben". Nach dem Gefühl der Oppumer nehme der Verkehr Jahr für Jahr zu und die Unfälle häuften sich: 2014 seien es zwei, 2015 fünf und 2016 sechs Verunglückte gewesen. Mit der Einrichtung der neuen Gesamtschule mit dann 1200 Schülern sei die Kreuzung auch Schulweg, den es sicher zu gestalten gelte. "Kommerz statt Sicherheit? Keine Werbeanlage hier!" stand denn auch auf den vom Veranstalter vorbereiteten Protest-Plakaten zu lesen, die einige Teilnehmer trugen. Forkel wies darauf hin, dass auch die Krefelder Polizei den geplanten Standort für die Werbetafel als "sehr kritisch" bewertet habe. In einem Schreiben an die Stadt hatte der Polizeipräsident mitgeteilt: "Aus verkehrsfachlicher Sicht ist der Einsatz dieser neun Quadratmeter großen Digitalwerbetafeln nicht zu befürworten." Das "Nicht zu befürworten" sei sogar fett gedruckt worden, wusste Forkel. Er bedankte sich bei Ute Geissler, Geschäftsführerin der DSM Außenwerbung, für ihre Bemühungen, alternative Standorte zu finden.

Während der Kundgebung wurde die Kreuzung an der Hauptstraße Richtung Kronlandbrücke für knapp eine Stunde gesperrt - der Verkehr aus Linn staute sich weit die Heinrich-Malina-Straße hinunter.

(cpu)