Krefeld: Demo gegen Rauchverbote in Kneipen

Krefeld : Demo gegen Rauchverbote in Kneipen

Christina Schwirtz-Lindner von der Paulus-Klause hat den Protest für den 4. Juli auf dem Theaterplatz vor dem Seidenweberhaus organisiert und hofft auf rege Teilnahme der Wirte, Raucher, Schützen und Karnevalisten.

Die Nachricht vom Hausverbot für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, das Wirte aus Kleve als Protest gegen das Rauchverbot in nordrhein-westfälischen Gaststätten ausgesprochen haben, hat Christina Schwirtz-Lindner mit Interesse und Sympathie aufgenommen. "Die Aktion hat den Anstoß gegeben, auch in Krefeld etwas auf die Beine zu stellen", sagt die Inhaberin der Paulus-Klause an der Hülser Straße. Für Donnerstag, 4. Juli, ab 16 Uhr hat die Wirtin alle Kollegen, Kunden und Freunde aus Vereinen aufgerufen, vor der Sitzung des Stadtrats auf dem Theaterplatz vor dem Seidenweberhaus gegen das absolute Rauchverbot in Gaststätten zu demonstrieren.

Die Formalitäten bei der Polizei seien erledigt. Karnevalisten und Schützen hätten ihre Teilnahme ebenso zugesagt wie Dartspieler, Skatfreunde und Knobel-Liebhaber. "Wir haben mit eigens gedruckten Flyern schon Reklame für unseren Protest gemacht", berichtet Christina Schwirtz-Lindner. Allein in der Paulus-Klause habe sie 200 Unterschriften für eine Lockerung der Regelung gesammelt, in anderen Kneipen seien es auch schon mal 500. Mit einer Petition wollen die Raucher und deren Sympathisanten ihr Glück erzwingen. "Die Regelung mit getrennten Raucher- und Nichtraucherbereichen hatte sich doch absolut bewährt", findet die Krefelderin. Vor allem an die Adresse der Grünen und der Sozialdemokraten richte sich der Vorstoß, mit Rauchern toleranter umzugehen. Während der Sommermonate lasse sich die Regelung, wer rauchen will, geht vor die Tür, mit allen Nachteilen für die Nachbarschaft praktizieren. Im Winter sei eine solche Lösung keine Option.

Auf Dauer sei der Verlust an Kunden — und damit verbunden — an Umsatz nicht zu verkraften, meint Christina Schwirtz-Lindner. Nach Einführung des Rauchverbots hätten alleine im Nordbezirk vier Kneipen geschlossen, berichtet sie und zählt auf: Alte Post, Armer Peter, Haus Altherr und die Blumentalklause. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband NRW befürchtet, dass rund 3000 Gastronomen ihre Existenz verlieren. Die Krefelder reihen sich am ersten Donnerstag im Juli mit ihrer Aktion in die Proteste der Gastwirtskollegen aus Aachen, Köln, Düsseldorf und anderen Städten ein. Unterstützer könnten sich auch im Internet auf Facebook leicht und bequem mit den Zielen der Branche solidarisieren. "Wir wollen ein Bürgerbegehren gegen das Rauchverbot erreichen", informierte die Krefelderin. Bis dahin drohen den Gastwirten Bußgelder bis 2500 Euro bei Verstößen.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hatte die Städte und Gemeinden zum 1. Mai aufgefordert, die Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes durchzusetzen. "Wenn es Hinweise auf Verstöße gibt, sind die kommunalen Ordnungsbehörden dafür zuständig, dass das Gesetz vor Ort konsequent umgesetzt wird", erklärte Steffens. Bislang sind die kommunalen Ordnungsdienste zur Freude von Rauchern und vielen Gastronomen nur zögerlich tätig geworden.

(RP/anch/top)
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