Sportartikel-Konzern: Decathlon will nach Krefeld kommen

Sportartikel-Konzern: Decathlon will nach Krefeld kommen

Der französische Sportartikel-Konzern verhandelt nach RP-Informationen mit P&C über den Kauf des Ziellenbach-Komplexes. Die Nachricht passt ins Bild: Decathlon startete vor zwei Jahren eine Deutschland-Offensive.

Der französische Sportartikel-Konzern verhandelt nach RP-Informationen mit P&C über den Kauf des Ziellenbach-Komplexes. Die Nachricht passt ins Bild: Decathlon startete vor zwei Jahren eine Deutschland-Offensive.

Der größte Sportartikelhändler der Welt drängt offenbar nach Krefeld. Wie aus Wirtschaftskreisen in Düsseldorf verlautet, verhandelt der französische Konzern Decathlon mit P&C über den Kauf des seit Jahren leerstehenden Ziellenbach-Komplexes. Decathlon selbst hat die Nachricht auf unsere Anfrage hin weder bestätigt noch dementiert. Der Gang nach Krefeld passt aber ins Bild: Die Franzosen haben 2016 eine Deutschland-Offensive gestartet. Genug Geld für ein Invest in Krefeld hätte der Konzern: Decathlon beschäftigt weltweit 78.000 Mitarbeiter und macht pro Jahr rund zehn Milliarden Euro Umsatz (Stand 2016).

2016 gab es erste Berichte über eine Expansion von Decathlon. "Generell ist der deutsche Markt der interessanteste in ganz Europa, in welchem wir daher auch viel Potenzial sehen", hatte damals der Sprecher der Unternehmensentwicklung von Decathlon Deutschland, Ludger Niemann, der Nachrichtenagentur dpa gesagt. Das Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln beziffert den Gesamtmarkt für Sportartikel in Deutschland auf rund 6,5 Milliarden Euro. 2016 unterhielt Decathlon mehr als 1000 Filialen in 29 Ländern, die meisten in Frankreich (302) und China (169) - in Deutschland 36. Bis Anfang dieses Jahres stieg die Anzahl in Deutschland auf 46 Filialen mit rund 3500 Mitarbeitern. Tendenz steigend.

Das "Manager Magazin" und zuletzt die "Welt" haben Decathlon als "Sport-Aldi" bezeichnet. Gegründet 1976, bietet das Unternehmen heute nach eigener Auskunft mehr als 35.000 Artikel an Ausrüstung und Bekleidung für mehr als 70 Sportarten an. Dazu zählen 19 Eigenmarken - die "Passion Brands". Das "Manager Magazin" kennzeichnet Decathlons Geschäftsprinzip als "gnadenlosen Discount" mit riesigem Angebot und Kampfpreisen. "Von A wie Angelroute bis Z wie Zelte findet der Kunde alles für die Leibesertüchtigung", schreibt das Blatt; alles sei "billig, billig, billig: atmungsaktive Leibchen für 4,99 Euro, Trekkingschuhe für 39,99 Euro, Damenskier für 179,99 Euro."

Hinter Decathlon steht eine der reichsten Familien Frankreichs. Das Unternehmen wurde 1976 von Michel Leclercq gegründet. Ab Mitte der 80er Jahre wurden die ersten Filialen in Deutschland eröffnet, Ende der 80er wagten die Franzosen den Schritt nach Asien. Gehversuche auf dem US-amerikanischen Markt brach das Unternehmen nach einigen Jahren ab - dafür wurde die Expansion in Europa und Asien konsequent vorangetrieben.

Neben Berichten über Filialeröffnungen in Augsburg, Bielefeld, Senden (Kreis Neu-Ulm), Brinkum-Nord (Niedersachsen) oder Dortmund lässt die Meldung über die erste Neueröffnung in Österreich in Wien aus diesen Tagen aufhorchen - Decathlon schickt sich an, auch den österreichischen Markt zu erschließen.

Für Krefeld würde ein Engagement von Decathlon bedeuten, dass ein Schandfleck in der City verschwinden würde: das unansehnliche Ziellenbach-Haus. P&C hat bekanntlich seine Pläne für eine Filialgründung in Krefeld aufgegeben und will die Immobilie abstoßen.

(RP)