DB-Reisezentrum: Stadtwerke Krefeld prüfen Alternative, von Norbert Stirken

Krefelder Hauptbahnhof : DB-Reisezentrum: SWK prüfen Alternative

Die Deutsche Bahn (DB) sucht eine Lösung, wie es nach der beabsichtigten Schließung des DB-Reisezentrums im Hauptbahnhof weitergehen soll. Dazu hat sie Gespräche mit den Stadtwerken Krefeld angestoßen. Darüber informierte der DB-Konzernbevollmächtigte für Nordrhein-Westfalen in einem Schreiben an den früheren Krefelder CDU-Fraktionsgeschäftsführer Peter Koenen.

Die Ankündigung der Deutschen Bahn (DB), ihr Reisezentrum im Hauptbahnhof im Dezember dieses Jahres zu schließen, sorgte für Empörung bei den Reisenden und den Krefelder Politikern über alle Parteigrenzen hinweg (wir berichteten). Über die Gründe der Entscheidung, aber auch über Vorschläge und Anstrengungen der Bahn, eine zufriedenstellende Lösung für die Zukunft zu finden, informiert der DB-Konzernbevollmächtigte für Nordrhein-Westfalen in einem Schreiben an den früheren Krefelder CDU-Fraktionsgeschäftsführer Peter Koenen. Der hatte seinen Parteikollegen und ehemaligen Kanzleramtsminister von Angela Merkel, Ronald Pofalla, in dessen Eigenschaft als aktueller DB-Vorstand mit der Bitte um Auskunft angeschrieben. Der hatte dies an Werner J. Lübberink delegiert.

Ansprechpartner vor Ort seien unter anderem die Stadtwerke Krefeld (SWK), um ein entsprechendes Angebot aufrecht erhalten zu können. Die Deutsche Bahn selbst könne ein Reisezentrum wirtschaftlich nicht betreiben, weil sie demnächst keine Fahrscheine des Verkehrsverbunds Rhein Ruhr (VRR) mehr verkaufen dürfe. Der VRR habe sich einen anderen Partner gesucht. Alleine über den Verkauf von Fernverkehrstickets lasse sich ein solches Angebot durch die Deutsche Bahn im Hauptbahnhof nicht finanzieren.

Lübberink kündigte an, gleich zu Beginn des Jahres Gespräche mit potenziellen Partnern führen zu wollen, um die Präsenz der Bahn in Krefeld in Form von Agenturen zu erweitern. „Wir können uns hierbei auch eine Kooperation zum Beispiel mit örtlichen Stadtwerken vorstellen“, schreibt der DB-Konzernbevollmächtigte für NRW. Die Stadtwerke Krefeld sind nicht abgeneigt. „Wir reden mit der Bahn und müssen sehen, ob wir zusammenkommen“, sagte SWK-Konzernsprecherin  Dorothee Winkmann am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Für das städtische Unternehmen stehen 2019 zahlreiche Änderungen an. Die SWK schließen ihre Angebote im Hansazentrum und an der Hochstraße und eröffnen im Sommer ein neues Service-Center in der derzeit von der Wohnstätte AG im Bau befindlichen Ostwall-Passage.

Überlegungen zu einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn steckten noch ganz am Anfang, sagte Dorothee Winkmann. Vieles sei denkbar, aber noch nichts spruchreif. Letztlich  hänge eine solche Kooperation natürlich von den Konditionen ab, auf die man sich möglicherweise einigen könne. Denkbar sei, dass die SWK ins jetzige Ladenlokal des DB-Reisezentrums im Hauptbahnhof einzögen, um sowohl VRR-Fahrscheine als gegebenenfalls auch Ferntickets der Bahn zu verkaufen.

Lübberinks Ausführungen sei zu entnehmen, dass die Deutsche Bahn sich intensiv bemühe, einen Kundenservice auch für die Fernverkehrskunden in Krefeld in alternativen Vertriebsformaten zum heutigen Reisezentrum zu realisieren. Die Bahn sei bestrebt, dass die Bemühungen bis zur Jahresmitte 2019 zu Ergebnissen führen werden.

Nach Ansicht der Krefelder Politiker benötigt eine Stadt mit 230.000 Einwohnern eine zentrale Anlaufstelle für alle Arten von Fahrkarten und für die Fragen der Fahrgäste. Nicht jeder versteht die Funktionsweise der Automaten oder der entsprechenden App und kann sie auf Anhieb bedienen.

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