Das neue Krefelder Innenstadtgymnasium wurde zum Schulbeginn eröffnet.

Krefeld-Innenstadt: Innenstadtgymnasium: Ein einmaliger Fall

Seit dem ersten Schultag am Mittwoch ist es Realität: das Innenstadtgymnasium als Verschmelzung von Fichte- und Arndt-Gymnasium. Ein Name wird noch gesucht. Im Regierungsbezirk Düsseldorf ist der Fall einzigartig.

Hunderte Schüler und Lehrer kamen am Mittwochmorgen in der Shedhalle der alten Samtweberei zusammen. Anlass: Eine neue Schule wurde aus der Taufe gehoben: das neue Innenstadtgymnasium, das aus dem Zusammenschluss von Fichte- und Arndt-Gymnasium entstand.

Zur feierlichen Eröffnung kam neben Oberbürgermeister Frank Meyer auch Stefan Holtschneider als Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf. Er sagte: „Es ist ein einmaliger Vorgang im Regierungsbezirk Düsseldorf, was hier geschieht. Im ganzen Bezirk wurde bis dato erst ein Gymnasium geschlossen. Mit dieser Fusion betreten wir Neuland.“ Dem stimmten auch die anderen Redner zu. Der Oberbürgermeister sprach dabei von Trauer, aber auch von einer Chance und Vorfreude. „Beide Gymnasien wurden im Jahr 1851 gegründet. Damit geht spätestens heute eine Tradition von zusammengenommen 334 Jahren zu Ende. Zugleich ist es aber auch ein Neuanfang. In der neuen Schule soll das Beste der beiden Vorgänger erhalten bleiben“, sagte er.

Vor der Eröffnung (v.l.): OB Frank
Vor der Eröffnung (v.l.): OB Frank Meyer, Schulleiter Hans-Jörg Richter, Ulrike Waldschmidt und Stefan Holtschneider von der Bezirksregierung. Foto: Schalljo

Das Aus der Fichte-Schule sei ein Schock gewesen, für die Stadt und für die Menschen, die die Schule noch heute besuchen, besucht hatten oder hier als Lehrer aktiv (gewesen) seien. Eine Schule sei auch immer identitätsbildend und prägend. So gehe für viele Menschen einiges verloren. Meyer  zeigte sich aber optimistisch, dass an diese Stelle etwas Neues trete. Es komme jetzt auf die Schüler und Lehrer an, diese neue Identität mit Leben zu füllen.

Am Anfang, da waren sich die Redner einig, werde es auch hier und da knirschen. Das sei bei einem so großen Projekt auch kaum zu vermeiden. Mittel- und langfristig aber solle die neue Schule nicht nur ihrem Bildungsauftrag gerecht werden, sondern auch ein wichtiger Teil der Identifikation im Stadtteil, eben der Innenstadt, mit eigener Tradition werden.

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Über den Namen der neuen Schule ist bislang noch nicht entschieden worden. Organisatorisch sei es für die Bezirksregierung zunächst weiterhin das Arndt-Gymnasium, sagte Holtschneider. Hinsichtlich einer zukünftigen gemeinsamen, neuen Identität aber suchen die Verantwortlichen derzeit noch nach einem Namen für das derzeit meist einfach als Innenstadtgymnasium bezeichnete Konstrukt aus zwei Schulen.

Für Schüler und Lehrer wird es eine große Umstellung sein, dass zukünftig an den beiden Standorten unterschiedliche Altersgruppen unterrichtet werden. Die Stufen fünf bis acht werden im alten Gebäude des Arndt-Gymnasiums an der Dionysiusstraße angesiedelt sein. Die Altersklassen ab der Jahrgangsstufe neun werden in den ehemaligen Fichte-Räumlichkeiten am Westwall bzw. der Lindenstraße unterrichtet. Für die Lehrer bedeutet das mitunter, dass sie zwischen den beiden Gebäuden pendeln müssen. Dafür wurden eigens 20 Dienstfahrräder angeschafft.

Hans-Jörg Richter, der Schulleiter des alten Arndt-Gymnasiums sowie der neuen gemeinsamen Schule, rief dazu auf, zusammen für eine neue Tradition zu arbeiten. Er empfinde Freude über die neue Schule, Dankbarkeit für alle, die bislang dabei geholfen haben, alles für den ersten Unterrichtstag fertig zu stellen, und Respekt für die Aufgabe, die nun vor ihm liege. Er sagte: „Jeder soll an unserer Schule seine Individualität entdecken und entfalten können. Dafür wünsche ich mir auch Solidarität, dass der eine den anderen stützt: der Begabte den Förderschüler, der deutsche Muttersprachler den Schüler in den V-Klassen.“

Auch deutete er an, dass in den entsprechenden Gremien diskutiert werde, ob die neue Schule sich als eine der 45 Talentschulen in NRW bewerben solle. Darüber sei noch nicht abschließend entschieden.