1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Das Maria Hilf in Krefeld hat eine neue Klinik für Notfallmedizin aufgebaut

Gesundheit in Krefeld : Maria Hilf: Neue Klinik für Notfallmedizin

Die Notaufnahme wird umstrukturiert. Hier wird künftig entschieden, ob der Patient stationär behandelt werden muss.

Nicht jeder, der als Notfall ins Krankenhaus kommt, muss auch stationär aufgenommen werden. In manchen Fällen können die Patienten behandelt und stabilisiert werden, so dass sie dann wieder nach Hause können. Oft kann die weitere Behandlung ambulant laufen. Im Maria Hilf ist das die Basis für eine Neuerung. Dort ist die interdisziplinäre Notaufnahme jetzt strukturell zur Klinik für Notfallmedizin erweitert worden. Die Zentrale Aufnahmestation hat einen neuen Namen: Sie heißt jetzt Beobachtungsstation. Das ist nicht nur für das Krankenhaus effektiv. Es nimmt auch manchem Patienten die Angst, gleich für längere Zeit in die Klinik zu müssen.

Und mit der neuen Struktur kommt auch ein neuer Mann: Dr. Ingmar Gröning ist Chefarzt der neuen Klinik für Notfallmedizin. Der 40-Jährige ist Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und Qualifikation Leitender Notarzt. Er löst den langjährigen Ärztlichen Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme Dr. Martin Dichgans ab, der in den Ruhestand ging. Für den neuen Chefarzt geht die Notfallmedizin an der Klinik weit über reine „notärztliche Versorgung“ hinaus. Der Mediziner in der Notaufnahme ist der Entscheider: Kann der Patient  nach einer ambulanten Versorgung  wieder nach Hause, muss er einem Facharzt vorgestellt werden oder sogar auf die Intensivstation. Gröning erklärt: „Um die Funktion meiner Klinik als ,Weichensteller’ zu verdeutlichen, werden wir die Zentrale Aufnahmestation umbenennen in „Beobachtungsstation“. So wird deutlich, dass es hier nicht immer gleich um die stationäre Aufnahme gehen muss, sondern vielmehr um die Entscheidung, wie der weitere Weg der medizinischen Behandlung verlaufen soll.“ Hat der Kreislauf eines Patienten schlapp gemacht, kann unter Umständen eine Infusion ihn wieder ins Gleichgewicht bringen. Es kann aber auch eine ernste, sogar lebensbedrohliche Krankheit dahinter stecken.

Für Gröning gelten drei Regeln bei Notfällen: „Erstens: Strukturen und Abläufe haben. Zweitens: Ruhe bewahren. Drittens: helfen.“ Er habe im Maria Hilf gute Strukturen vorgefunden, sagt er, sowohl bei der Versorgung von Schlaganfällen wie bei  akuten Herzinfarkten sei das Haus „hervorragend aufgestellt“.

Sich selbst bezeichnet der Vater zweier Töchter als „leidenschaftlichen Reanimatologen“. Entsprechend will er sein Team aufstellen. „Um bei der Schulung von Wiederbelebungsmaßnahmen den richtigen Weg beschreiten zu können, habe ich mich selbst auf internationalem Niveau zum ,Course Director’ für fortgeschrittene Wiederbelebungsmaßnahmen (Advanced life support`) ausbilden lassen. Diese internationale Zertifizierung erlaubt es mir, qualifiziert dabei mitzuwirken, den Standard an Know-how in der Reanimation in Krefeld weiter zu verbessern“, sagt er.

Gröning   war zuvor Chefarzt der Zentralambulanz und Ärztlicher Leiter des Notarztstandortes Evangelisches Krankenhaus Mülheim/Ruhr. Mit seiner Familie will er nach Lank ziehen und den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad zurücklegen. „Sport war mir immer wichtig“, sagt er.