Krefeld: Daimler verkauft die Niederlassung in Krefeld

Krefeld : Daimler verkauft die Niederlassung in Krefeld

Daimler will seine Mercedes-Niederlassungen neu strukturieren, den Vertrieb straffen und 33 der bundesweit 158 konzerneigenen Standorte verkaufen - darunter Krefeld.

Mercedes-Benz hat gestern angekündigt, sein Vertriebsnetz neu zu organisieren. In einer außerordentlichen Betriebsversammlung in Duisburg erfuhren die knapp 100 Krefelder Beschäftigten, dass ihr Standort zum Verkauf steht. "Wir befürchten einen sozialen Abstieg für die Mitarbeiter", erklärte Carsten van Uden, Vorsitzender des Betriebsrats der Niederlassung Rhein-Ruhr, zu der auch der Standort Magdeburger Straße in Bockum gehört, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Serviceauslastung in Krefeld sei gut und die Verkaufszahlen in Ordnung, berichtet er. Er gehe mit dem Ziel in die Verhandlungen mit der Konzernleitung, den Verkauf noch zu verhindern. Der Umbau bedeute 340 Entlassungen hauptsächlich in der Verwaltung, Umwandlungen in GmbHs und in der Folge geringere Entlohnung und Altersversorgung.

Dass die Niederlassung in Krefeld verkauft werden soll, lässt sich für van Uden nur dadurch erklären, dass sich die Immobilie nicht im Konzern-Eigentum befinde. "Mercedes muss dort Miete zahlen, was sicherlich kein Pluspunkt für den Standort ist", meint van Uden.

Bernd Börgers von der IG Metall zeigte sich von der Absicht des Daimler-Konzerns überrascht. Vor 14 Tagen hätten Betriebsräte und Gewerkschaft zum ersten Mal etwas von den Absichten gehört. In Krefeld würden sowohl Pkw als auch Lkw verkauft und repariert. Das habe sich auch bewährt, meint er.

Mercedes-Benz richte seinen konzerneigenen Vertrieb in Deutschland für die Zukunft aus, erklärte Unternehmenssprecherin Konstanze Fiola auf Anfrage unserer Zeitung. Über die 158 eigenen Standorte hinaus gebe es rund 1200 eigenständige Partner in Deutschland. Ziel sei, in einem weitestgehend gesättigten deutschen Markt die optimale Betreuung der Kunden sicherzustellen, langfristig wirtschaftlich und profitabel agieren zu können und somit Arbeitsplätze zu sichern. Dazu gebe es verschiedene Überlegungen, die Mercedes-Benz derzeit sehr mit den Betriebsräten diskutiere. Dazu zählten beispielsweise auch Fusionen und damit die Schaffung von Vertriebsdirektionen, aber auch die Veräußerung einzelner Standorte. Für Krefeld heiße das: Die Niederlassung Rhein-Ruhr werde ihren Betrieb als Vertriebsdirektion Rhein-Ruhr fortsetzen. Die Mercedes-Häuser in Mönchengladbach und Krefeld würden zum Verkauf angeboten. "Wir entscheiden auf der Grundlage einer Vielzahl von Kriterien wie beispielsweise Kaufkraft und Wettbewerb, aber auch regionaler Besonderheiten und Fahrtzeiten für den Kunden. Außerdem haben wir analysiert, welche potenziellen Erwerber für eine Übernahme in Betracht kommen. Wir fokussieren den Vertrieb auf strategische Standorte und ordnen entsprechend die Verantwortungsgebiete. Natürlich spielen auch Ertragskraft und Ertragspotenzial eine Rolle", nennt die Sprecherin einige Überlegungen, die für die Entscheidung, die Niederlassung Krefeld zu verkaufen, eine Rolle gespielt haben.

(RP)