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Coronavirus: Stadt Krefeld bereitet Ernstfall vor

Koordinierungsgipfel in Krefeld : Corona-Konferenz für Montag einberufen

Das Gesundheitsamt trifft sich am Montag mit Verantwortlichen aus den Krankenhäusern und anderen Experten zu einem Koordinierungstreffen, um ein abgestimmtes Vorgehen nach Auftauchen eines Verdachtsfalls in der Stadt zu vereinbaren.

Für die Sitzung des Ausschusses für Gesundheit am Tag danach steht das Thema bislang nicht auf der Tagesordnung. Die FDP hatte beantragt, über den so genannten Pandemieplan der Stadt Krefeld unterrichtet zu werden (wir berichteten). Die Freien Demokraten regten darüber hinaus an, eine Art Notfallübung durchzuführen, um rechtzeitig Stärken und Schwächen des Pandemieplans auszumachen.

Zum Verfahren erklärte ein Stadtsprecher, dass „Verdachtsfälle zunächst in den Hausarztpraxen zur Reiseanamnese befragt werden. Anschließend werden die Patienten untersucht und gegebenenfalls Abstriche durchgeführt. Bei begründeten und nachgewiesenen Verdachtsfällen wird das Gesundheitsamt durch den behandelnden Arzt oder das Labor informiert“.

Positiv getestete Verdachtsfälle, die noch keine grippeähnlichen Krankheitssymptome zeigen, aber auch die, die schon an den Folgen des Coronavirus leiden blieben im gewohnten, häuslichen Umfeld und in der Betreuung des Hausarztes. Für diejenigen, für die eine Unterbringung auf einer Intensivstation notwendig sei, hätten die Krefelder Krankenhäuser die Zahl der vorgehaltenen Isolierbetten und Beatmungsplätze unter Isolierbedingungen dem Gesundheitsamt gemeldet, informierte die Stadt auf Anfrage.

Die Patienten, die schwer krank seien, würden in die Krankenhäuser eingewiesen. Die Bettensituation auf den einzelnen Normalstationen würde entsprechend dem Bedarf angepasst. Die Koordination der Betten obliege dem jeweiligen Krankenhaus. Containerlösungen seien zurzeit nicht vorgesehen, so der Stadtsprecher. Die Patienten bleiben in den Kliniken, falls möglich würden geplante Untersuchungen, die nicht dringlich seien, verschoben und eine ganze Station zu einer Isolierstation umfunktioniert (Kohortenisolation). Eine Kohortenisolierung ist eine seuchenhygienische Maßnahme, um ein weiteres Ausbreiten einer Infektionskrankheit oder multiresistenter Erreger zu verhindern.

Die Stadt Krefeld schaut dabei über den Tellerrand: Anfang der Woche sei telefonischer Kontakt zu den Gesundheitsämtern in Mönchengladbach, Neuss, Kleve, Wesel und Düsseldorf aufgenommen worden, betonte eine Stadtsprecherin. Auf eine eigene Informations-Hotline verzichtet die Stadt Krefeld. Sie verweist auf Angebote anderer Stellen „Verunsicherte Menschen können sich telefonisch über die Hotline des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen unter der Rufnummer 0211 8554774 informieren“, sagte die Stadtsprecherin. Desweiteren könnten tagesaktuelle Informationen im Internet beim Robert-Koch-Institut (www.rki.de), dem Bundesgesundheitsministerium (www.bundesgesundheitsministerium.de) oder beim Landeszentrum Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen unter www.lzg.nrw.de eingesehen werden. Für individuelle Rückfragen der niedergelassenen Krefelder Ärzte stünden die Experten im Fachbereiches Gesundheit der Stadtverwaltung Krefeld zur Verfügung, informierte die Kommune.

Krefeld erhalte wie alle anderen Städte in Nordrhein-Westfalen nahezu täglich neue, an die aktuelle Entwicklung angepasste Infos vom Robert Koch Institut und dem Landeszentrum Gesundheit mit Handlungsanweisungen beziehungsweise Vorgaben für den Fall eines Krankheitsverdachts oder tatsächlichen Krankheitsfalles im Stadtgebiet.

Analog aller anderen meldepflichtigen Infektionskrankheiten obliege den niedergelassenen Ärzten und den Kliniken die Behandlung. Die Gesundheitsämter übernähmen die Ermittlung und das Monitoring eventueller Kontaktpersonen für den 14-tägigen Inkubationszeitraum zur Vorbeugung und gegebenenfalls frühzeitigen Identifizierung von Ansteckungsfällen, so eine Stadtsprecherin.