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Coronavirus in Krefeld: Feuerwehr „kämpft gegen unsichtbaren Feind“

Krefelder Corona-Patient verlässt Intensivstation : Feuerwehr „kämpft gegen unsichtbaren Feind“

Die Zahl der Corona-Erkrankten steigt von 62 auf 73. Oberbürgermeister Meyer zeigt sich beeindruckt, was in Krefeld von „zahllosen Händen geleistet“ wird. Die kommunalen Radarwagen bleiben weiterhin im Stadtgebiet im Einsatz.

Die Kräfte der Feuerwehr arbeiten derzeit bis zum Anschlag, um auf jede Situation rund um das Corona-Virus vorbereitet zu sein. „Natürlich haben wir grundsätzlich Katastrophenschutzpläne in der Schublade“, sagt Feuerwehrchef Andreas Klos. „Trotzdem ist die Lage eine Herausforderung. Anders als bei einem Brand kämpfen wir hier gegen einen unsichtbaren Feind.“ Auch die Freiwilligen Feuerwehren haben ihre Aktivitäten noch weiter ausgebaut. Sie stehen „auf Knopfdruck“ für einen 24-Stunden-Dienst vor Ort zur Verfügung. Klos: „Dazu haben uns die Kollegen der Werksfeuerwehren sofortige Unterstützung im Stadtgebiet angeboten, sollten wir an Kapazitätsgrenzen kommen.“ Beruhigend für alle Bürger und die Einsatzkräfte: „Krefeld hat eine der modernsten und leistungsfähigsten Feuerwehrleitstellen überhaupt“, sagt Stadtdirektorin und Fachdezernentin Beate Zielke. „Hier zahlt sich aus, dass wir frühzeitig und weitsichtig an der richtigen Stelle investiert haben.“ So können unter anderem Einsatzfahrzeuge in Spezialräumen in kürzester Zeit desinfiziert werden.

Dank Tief beeindruckt von der Arbeit der Wehrkräfte, aber auch vom Personal in Krankenhäusern, Apotheken sowie Supermärkten und öffentlichen Versorgungseinrichtungen zeigt sich Oberbürgermeister Frank Meyer. „Ich bin beeindruckt und dankbar, was hier in Krefeld von zahllosen Händen geleistet wird. Mein Dank gilt aber auch speziell den Bürgern, die den behördlichen Aufforderungen in dieser besonderen Situation folgen und soweit es geht zu Hause bleiben. Das ist ein wichtiges Zeichen von Solidarität, weil es allen anderen die Arbeit erleichtert.“ Die Zahl der an dem Virus erkrankten Personen in Krefeld ist von 62 auf 73 gestiegen. Acht Patienten befinden sich auf einer Isolierstation. „Erfreulich ist, dass der eine Patient, der bisher in Krefeld auf einer Intensivstation lag, die verlassen konnte“, sagt Dr. Agnes Court, Leiterin des Gesundheitsamtes. „Seine Lage hat sich ganz erheblich verbessert.“

Diagnosezentrum Nach anfänglichen Schwierigkeiten läuft die Arbeit im Diagnosezentrum an der Schwertstraße jetzt reibungsloser. „Rund 750 Abstriche sind dort bisher in den jetzt drei Räumen vorgenommen worden“, so Court. Trotzdem kann es zu Verzögerungen bei der Auswertung kommen. „Das liegt nicht an der Verwaltung. Labore, die für die Auswertung zur Verfügung stehen, arbeiten an der Kapazitätsgrenze“, versichert Stadtdirektorin Zielke. Mit zwei Laboren arbeitet die Verwaltung derzeit zusammen, mit einer dritten Einrichtung werden Gespräche geführt. Im Moment liegen die Messergebnisse spätestens nach drei Tagen vor.

Krisenstab Parallel hat der Krisenstab unter Leitung von Oberbürgermeister Meyer mindestens ein weiteres Aufgabenpaket abzuarbeiten. So drängt die CDU auf eine „durchgängige Erreichbarkeit der Infotelefone“ sowie die Bereitstellung der Hinweise für Personengruppen mit besonderem Informationsbedarf wie Gehörlose, Menschen mit Leseschwäche oder auch für Krefelder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. „Wichtig ist, dass ein virtueller ,Runder Tisch’ mit den Krefelder Hausärzten eingerichtet wird, der auch eine mögliche Problematik mit den Corona-Tests auflöst“, ergänzt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Wettingfeld. „Spezielle Rufnummern für Hausärzte zum Gesundheitsamt sowie dem Diagnosezentrum sind notwendig.“

Parkgebühren und Radarwagen

Nicht verzichten will die Stadtverwaltung derzeit auf die Einnahmen aus Parkgebühren und durch den Einsatz des städtischen Radarwagens. Andere Kommunen streichen in der jetzigen Ausnahmesituation die Bewirtschaftung ihrer Parkplätze in der Innenstadt. „Wir werden darüber nachdenken“, so Meyer. Gleichzeitig betont der Verwaltungschef, dass die Radarwagen der Stadt auch weiterhin auf den Straßen im Einsatz sind. Es sei derzeit nicht geplant, das Personal, das in den Fahrzeugen unterwegs ist, in anderen Bereichen einzusetzen. Die CDU hatte einen sofortigen Verzicht auf Blitzer-Aktionen gefordert. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in dieser Ausnahmesituation an anderen Stellen, zum Beispiel in der Telefonzentrale, sinnvoller eingesetzt“, erklärt Wettingfeld. Notwendig sei auch der zügige Aufbau eines „Wirtschafts“-Telefons, um Restaurant-Betreibern und anderen Selbständigen Hilfestellungen und Beratungsleistungen anzubieten.